Analyse und Steuerung mikrobiologischer Prozesse zur Ertüchtigung von Fe(0)-Reaktionswänden (GaFeR)< zurück

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Fe0-Reaktionswände werden zur passiven in situ-Sanierung von LCKW-Schadensfällen eingesetzt. Die Sanierung findet direkt im Untergrund im kontaminierten Grundwasserleiter statt, wobei während des Betriebs im Allgemeinen keine weitere Energiezufuhr notwendig ist - das schadstoffbelastete Grundwasser bewegt sich aufgrund des vorliegenden hydraulischen Gradienten durch die reaktive Wand und die LCKW werden in der reaktiven Zone abgebaut.

Der Prozess der anaeroben Fe0-Korrosion führt zur Bildung von Wasserstoff (H2). Gleichzeitig erhöht sich der pH des durchströmenden Grundwassers auf Werte um pH 9-11. Die Akkumulation von Gasen kann zu einer starken Verminderung der hydraulischen Durchlässigkeit (Gas-Clogging) führen. Die Beherrschung der Gasbildung ist als Voraussetzung für die Akzeptanz der Fe0-Reaktionswandtechnologie am Markt anzusehen.

Der gebildete Wasserstoff kann verschiedenen Mikroorganismen als Elektronendonor dienen und so metabolisch umgesetzt werden. Die sich ansiedelnden hydrogenotrophen - d.h. Wasserstoff verwertenden - Organismen wirken also als Wasserstoffsenken. Ihre Stoffwechselaktivität beeinflusst sowohl die auftretenden Gasmengen als auch deren Zusammensetzung.

Am TZW werden die in den Fe0-Reaktionswänden sowie im nachfolgenden Abstrombereich ablaufenden biologischen Prozesse näher untersucht. Hierzu wird in Batch- und Säulenversuchen sowie mit Feldproben der Einfluss unterschiedlicher pH-Werte und H2-Gehalte auf die verschiedenen hydrogenotrophen Stoffwechselgruppen erfasst. Verfahrensvarianten zur Stimulation des mikrobiologischen H2-Verbrauchs und zur Optimierung der Dechlorierung werden untersucht. Im Ergebnis wird die Ertüchtigung der Fe0-Wände durch gezielte Steuerung und Stimulation der mikrobiologischen Prozesse angestrebt.

Kontakt

Heico Schell

Tel.: +49(0)721/9678-283
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Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Rahmen von RUBIN - Reinigungswände und -barrieren im Netzwerkverbund

Projektlaufzeit

2006 – 2009

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