NA-Handlungskonzept für PAK, BTEX und heterozyklische Kohlenwasserstoffe bei instationären Fließ- und Redoxbedingungen< zurück

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Heterozyklische Kohlenwasserstoffe sind toxische und zum Teil kanzerogene Verbindungen, die neben PAK und BTEX bei Teerölkontaminationen des Untergrundes im Grundwasser auftreten, derzeit aber noch nicht routinemäßig untersucht werden. Die bisherigen Felddaten deuten auf eine Persistenz bei gleichzeitig hoher Mobilität hin, so dass lange Schadstofffahnen im Grundwasser entstehen können. An einer Vielzahl von Standorten treten, meist bedingt durch die Nähe zu Oberflächengewässern, instationäre Grundwasserfließbedingungen auf. Auch die Auskofferung von Schadensherden führt zu einer Änderung der Randbedingungen und zu variierenden Redoxverhältnissen.

In diesem Forschungsprojekt wird am Beispiel des ehemaligen Gaswerks Germersheim der mikrobielle Abbau von PAK, BTEX und heterozyklischen Kohlenwasserstoffen unter wechselnden Redoxbedingungen untersucht. Der Standort liegt im direkten Einflussbereich des Rheins und seiner Nebenflüsse. Von Oktober 2010 bis März 2011 fand eine Herdsanierung mittels Großlochbohrungen statt.

Das Untersuchungsprogramm verbindet Felduntersuchungen, insbesondere auch der Redoxbedingungen und Mikroorganismen am Standort, mit Laborversuchen. Im Labor wird der Abbau in Mikrokosmen untersucht, d.h. es werden Abbauversuche mit möglichst unveränderten Proben vom Standort durchgeführt. Anhand von Säulenversuchen mit kontaminiertem Grundwasser soll der Nachweis von effektiven Abbau- und Rückhalteprozessen unter instationären Bedingungen geführt werden. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Sauerstoff/ Fe(lll) Pendelprozessen in Grundwasser und Sediment, da diese Randbedingungen wahrscheinlich zu besonders kurzen Schadstofffahnen führen. Die am Standort Germersheim gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend an vier Referenzstandorten auf ihre Übertragbarkeit überprüft.

Projektziel ist die Entwicklung und Erprobung eines natural attenuation Konzepts für die Schadstoffgruppen PAK, BTEX und heterozyklische Kohlenwasserstoffe bei instationären Fließ- und Redoxbedingungen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Andreas Tiehm

Tel.: +49(0)721/9678-137
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Förderung

MULEWF - Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Rheinland-Pfalz

Projektdauer

2010 - 2013