Aerob-produktiver TCE-Abbau - Nutzung neuer Abbauprozesse für die mikrobiologische Sanierung von Chlorethen-Standorten< zurück

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Derzeit basieren biologische Sanierungsmaßnahmen für die toxischen bzw. kanzerogenen Chlorethene häufig auf der anaerob- reduktiven Dechlorierung, wobei organische Substanzen in großen Mengen dosiert werden und zu einer Verschlechterung der Grundwasser-Qualität führen können.

Beim aerob-oxidativen Chlorethen-Abbau werden die Schadstoffe komplett mineralisiert, ohne dass es zu einer Bildung von Vinylchlorid (VC) oder anderen toxischen Metaboliten kommt. In den letzten Jahren wurde der aerobe Abbau der wenig chlorierten Substanzen cis-1,2-Dichlorethen (cDCE) und VC wiederholt nachgewiesen und kann zur Sanierung von Perchlorethen (PCE)/ Trichlorethen (TCE)-kontaminierten Standorten in sequentiell anaerob/ aeroben Verfahren genutzt werden.

In diesem Forschungsvorhaben gelang nun außerdem der erstmalige Nachweis des aeroben Abbaus des dreifach chlorierten TCEs als alleiniger Kohlenstoff- und Energiequelle, d.h. als bakterielles Wachsstumssubstrat. Dieser neue aerob-produktive Abbauweg für TCE

  • wurde in Grundwasser von einem Beispiel-Standort wiederholt nachgewiesen und ist langzeitstabil
  • führt zu einer vollständigen Mineralisierung (stöchiometrische Chlorid-Bildung)
  • ermöglicht bakterielles Wachstum (Protein- und DNA-Bildung)
  • zeigt eine signifikante Kohlenstoff-Isotopenfraktionierung, so dass eine geeignete Monitoring-Methode für Feldstandorte zur Verfügung steht.

Die erzielten Ergebnisse eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten für die biologische Altlastensanierung. Auf anaerobe Abbauschritte kann komplett verzichtet werden und es werden keine stabilen, toxischen Metabolite gebildet. Der aerob-produktive TCE-Abbau benötigt außerdem keine Hilfsstoffe (Auxiliarsubstrate), so dass der gesamte zur Verfügung stehende bzw. dosierte Sauerstoff für den biologischen Abbau des TCEs genutzt wird.

AnsprechpartnerIn

Dr. Kathrin Schmidt

Tel.: +49(0)721/9678-223
E-MailVisitenkarte downloaden

Förderung

BMWi - Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

im Rahmen der IGF - Industrielle Gemeinschaftsforschung

Projektdauer

2009 - 2013
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