Parametrisierung und Quantifizierung von Grundwasser-Ökosystemdienstleistungen als Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung (GroundCare)< zurück

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Grundwasser ist die wichtigste Ressource für unser Trinkwasser. Im Zuge von zunehmenden Stoffeinträgen, Extremwetterereignissen, Unfällen und Nutzungsänderungen (z.B. Geothermie) ist die gute Qualität des Grundwassers jedoch vielerorts gefährdet oder bereits beeinträchtigt. Belastungen des Grundwassers können durch anorganische Stoffe wie Nitrat aus der Landwirtschaft sowie organische Substanzen, die z.B. aus Altlasten der chemischen Industrie eingetragen werden, verursacht werden. Des Weiteren kann die Grundwasserqualität und somit das daraus gewonnene Trinkwasser durch mikrobielle Verunreinigungen (z.B. Bakterien, Viren, Antibiotika-Resistenzen) beeinträchtigt werden.

Als Ökosystem ist der Grundwasser-erfüllte Untergrund nicht nur Lebensraum einer Vielzahl an Organismen sondern auch verantwortlich für wichtige Ökosystemdienstleistungen. Diese sind essentiell für die Wasserreinigung und Speicherung von Wasser in für die Trinkwasser-Gewinnung geeigneter Qualität und kommen somit dem Menschen direkt zu Gute.

Allerdings ist wenig über die Leistungsfähigkeit dieser Dienstleistungen des Grundwasser-Ökosystems unter verschiedenen Randbedingungen bekannt. Des Weiteren fehlt es an Methoden, mit denen das Grundwasser-Ökosystem selber sowie seine Dienstleistungen beschrieben werden können. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen daher aussagekräftige Indikatorgrößen für die ökologische und hygienische Grundwasserqualität identifiziert und geeignete Methoden für ihre Messung standardisiert werden. Ziel ist die Zusammenstellung und Publikation einer Methodensammlung für die schnelle und kostengünstige Bewertung der ökologischen Grundwasserqualität in der Praxis.

Sowohl anorganische (insbesondere Stickstoff) als auch organische Schadstoffe können durch verschiedenste Mikroorganismen umgesetzt und somit aus dem Grundwasser entfernt werden. Zur Beschreibung dieser wichtigen Ökosystemdienstleistung sollen neue molekularbiologische Nachweisverfahren (PCR, Polymerase Chain Reaction) für abbauaktive Organismen/ Enzyme etabliert und mit der jeweiligen Abbauaktivität bei verschiedenen Milieubedingungen abgeglichen werden. Grundwasserleiter sollen damit in Bio-Aktivitätsklassen eingeordnet und die Belastbarkeit der Abbauaktivität (Resistenz und Resilienz) bewertet werden. Dadurch soll auf Basis einfach zu erhebender Messdaten eine Prognose ermöglicht werden, inwieweit Abbauvorgänge als Ökosystemdienstleistung an einem Standort zur Schadstoff-Elimination beitragen.

Der Praxisbezug des Verbundprojektes wird durch die Validierung der entwickelten Konzepte und Methoden an ausgewählten Modellstandorten mit unterschiedlichen Randbedingungen (Trinkwassergewinnung, Altlast) gewährleistet. Der Leitfaden für die praxisorientierte Anwendung ökologischer Bewertungssysteme im Grundwasser wird in Abstimmung mit den Praxispartnern (Unternehmen, Standorteigner und Fachbehörden) erstellt.

Ansprechpartner

Dr. Kathrin Schmidt

Tel.: +49(0)721/9678-223
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Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von NaWaM - Nachhaltiges Wassermanagement und ReWaM - Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland

Projektdauer

2015 - 2018