Studie zur Belastung von Trinkwässern in Deutschland mit Chromat< zurück

Seit einigen Monaten wird in deutschen Medien über das Auftreten von sechswertigem Chrom (Chromat) im Trinkwasser berichtet. Ursache der Berichte sind Meldungen aus den USA über eine Studie der Umweltschutzorganisation EWG, in welcher aktuelle Messdaten zum Vorkommen von sechswertigem Chrom in US-amerikanischen Trinkwässern präsentiert werden. In dieser Studie werden gleichzeitig neue Forschungsergebnisse zur Toxikologie von sechswertigem Chrom beschrieben. Danach wird sechswertiges Chrom als Carcinogen der Klasse B, also als „möglicherweise krebserzeugend beim Menschen“ eingestuft. Basierend auf dieser toxikologischen Einstufung wird derzeit beispielsweise in Kalifornien über die Einführung eines gesundheitlichen Zielwerts für sechswertiges Chrom im Trinkwasser von 0,02 ppb, also 20 ng/L, diskutiert.

Nach der in Deutschland derzeit geltenden Trinkwasserverordnung ist ein Grenzwert von 0,05 mg/L Gesamtchrom einzuhalten. In der Regel wird bei der Überprüfung der Einhaltung dieses Grenzwertes nur der Gesamtchromgehalt bestimmt, d.h. es wird nicht zwischen drei- und sechswertigem Chrom unterschieden. Die Überwachung der Trinkwässer in Deutschland mit diesen Analyseverfahren hat gezeigt, dass der Grenzwert der TrinkwV i.d.R. sicher eingehalten wird und dass die Gehalte an Gesamtchrom in deutschen Roh- und Trinkwässern zumeist unter 1 µg/L liegen.

Das Forschungsvorhaben soll Informationen zum Vorkommen von Spuren an Chrom in Roh- und Trinkwässern liefern. Hierzu soll ein Analyseverfahren eingesetzt werden, das am TZW bereits vor über 10 Jahren etabliert wurde und mit dem nach Optimierung Nachweisgrenzen im Bereich von 20 ng/L erreicht werden können. Mit Hilfe des Analyseverfahrens soll ein umfassendes Monitoring zum Vorkommen von sechswertigem Chrom in Roh- und Trinkwässern deutscher Wasserversorger durchgeführt werden. Da in den Berichten aus den USA insbesondere darüber berichtet wird, dass es bei oxidativen Verfahren der Trinkwasseraufbereitung zu einer Bildung von sechswertigem Chrom, soll in Laborversuchen untersucht werden, inwieweit der Einsatz von Ozon, Chlor und Chlordioxid zu einer Oxidation von dreiwertigem Chrom und damit zu einer Bildung der sechswertigen Spezies führen kann.

Kontakt

Dr. Frank Sacher

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Förderung

DVGW - Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaaches e. V.

Projektdauer

1/2012 – 12/2012