Begrenzung des Chloratgehaltes in Natriumhypochloritlösungen (NaChlorat)< zurück

Mit der 19. Änderung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der TrinkwV wurden für die Anwendung von Natrium- und Calciumhypochlorit sowie Chlordioxid für die Trinkwasserdesinfektion Höchstwerte für Chlorat festgelegt. Diese liegen bei 70 µg/l für die dauerhafte Dosierung von bis zu 1,2 mg/l Chlor bzw. 0,4 mg/l Chlordioxid. Für den Fall, dass die Desinfektion nicht anders gewährleistet werden kann, gilt für die zeitweise Dosierung ein Höchstwert von 200 µg/l, für kurzfristige Notfälle beim Einsatz von Natrium- bzw. Calciumhypochlorit von 700 µg/l. Der Legislativvorschlag zur Novellierung der EU-Trinkwasserrichtlinie (98/83/EG) vom 01.02.2018 sieht für Chlorat einen Grenzwert von 250 µg/l vor.

Mit dem Ziel, einen Überblick über die Belastungssituation des Trinkwassers in Deutschland mit Chlorat zu erhalten, wurde durch das DVGW-TZW im Jahr 2017 das DVGW-Forschungsvorhaben W 4/02/16 „Chloratkonzentration in Trinkwässern in Deutschland“ bearbeitet. Im Rahmen des Vorhabens wurde an mehr als 50 Standorten die Chloratkonzentration im desinfizierten Trinkwasser sowie in Desinfektionsmittelstammlösungen bestimmt. Während im Trinkwasser keine Überschreitung der Chloratkonzentration von 70 µg/l festgestellt wurde, zeigten die Untersuchungen sowohl in Natriumhypochlorit- als auch in Chlordioxid-Stammlösungen deutlich unterschiedliche und zum Teil sehr hohe Chloratgehalte. Damit können Überschreitungen der Höchstwerte für Chlorat im Trinkwasser beim Einsatz von Natriumhypochlorit und Chlordioxid grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für elektrolytisch erzeugte Chlorlösungen.

Für Natriumhypochlorit gibt die DIN EN 901: 2013-12 „Produkte zur Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch - Natriumhypochlorit“ einen zulässigen Natriumchloratanteil von 5,4 % bezogen auf die Chlorkonzentration vor. Wird ein Produkt mit diesem Chloratanteil geliefert, kann der Höchstwert von Chlorat im Trinkwasser von 70 µg/l bei einer Dosierung von 1,2 mg/l Chlor schon nicht mehr sicher eingehalten werden. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass es während der Lagerung von Natriumhypochlorit in Abhängigkeit von der Temperatur und anderen Einflussfaktoren zu einer Chloratbildung kommt. Die Ergebnisse der in den Wasserwerken durchgeführten Untersuchungen der Stammlösungen zeigen jedoch, dass auch Natriumhypochlorit mit einem geringeren Chloratanteil geliefert werden kann.

Mit der 19. Änderung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der TrinkwV wurden für die Anwendung von Natrium- und Calciumhypochlorit sowie Chlordioxid für die Trinkwasserdesinfektion Höchstwerte für Chlorat festgelegt. Diese liegen bei 70 µg/l für die dauerhafte Dosierung von bis zu 1,2 mg/l Chlor bzw. 0,4 mg/l Chlordioxid. Für den Fall, dass die Desinfektion nicht anders gewährleistet werden kann, gilt für die zeitweise Dosierung ein Höchstwert von 200 µg/l, für kurzfristige Notfälle beim Einsatz von Natrium- bzw. Calciumhypochlorit von 700 µg/l. Der Legislativvorschlag zur Novellierung der EU-Trinkwasserrichtlinie (98/83/EG) vom 01.02.2018 sieht für Chlorat einen Grenzwert von 250 µg/l vor.

Mit dem Ziel, einen Überblick über die Belastungssituation des Trinkwassers in Deutschland mit Chlorat zu erhalten, wurde durch das DVGW-TZW im Jahr 2017 das DVGW-Forschungsvorhaben W 4/02/16 „Chloratkonzentration in Trinkwässern in Deutschland“ bearbeitet. Im Rahmen des Vorhabens wurde an mehr als 50 Standorten die Chloratkonzentration im desinfizierten Trinkwasser sowie in Desinfektionsmittelstammlösungen bestimmt. Während im Trinkwasser keine Überschreitung der Chloratkonzentration von 70 µg/l festgestellt wurde, zeigten die Untersuchungen sowohl in Natriumhypochlorit- als auch in Chlordioxid-Stammlösungen deutlich unterschiedliche und zum Teil sehr hohe Chloratgehalte. Damit können Überschreitungen der Höchstwerte für Chlorat im Trinkwasser beim Einsatz von Natriumhypochlorit und Chlordioxid grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für elektrolytisch erzeugte Chlorlösungen.

Für Natriumhypochlorit gibt die DIN EN 901: 2013-12 „Produkte zur Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch - Natriumhypochlorit“ einen zulässigen Natriumchloratanteil von 5,4 % bezogen auf die Chlorkonzentration vor. Wird ein Produkt mit diesem Chloratanteil geliefert, kann der Höchstwert von Chlorat im Trinkwasser von 70 µg/l bei einer Dosierung von 1,2 mg/l Chlor schon nicht mehr sicher eingehalten werden. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass es während der Lagerung von Natriumhypochlorit in Abhängigkeit von der Temperatur und anderen Einflussfaktoren zu einer Chloratbildung kommt. Die Ergebnisse der in den Wasserwerken durchgeführten Untersuchungen der Stammlösungen zeigen jedoch, dass auch Natriumhypochlorit mit einem geringeren Chloratanteil geliefert werden kann.

Vom DVGW wurde deshalb eine Überarbeitung der DIN EN 901 mit dem Ziel initiiert, den Chloratgehalt in Natriumhypochloritlösungen stärker zu begrenzen, damit für die Wasserversorgungsunternehmen (WVU) unabhängig von einzelnen Herstellern bzw. Händler, Produkte mit möglichst niedrigem Chloratgehalt zur Verfügung stehen. CEN/TC 164/WG 9 hat auf Antrag des DIN/DVGW NA 119-07-13 eine Überarbeitung der Norm empfohlen. Diese befindet sich derzeitig im systematic review. Eine Bearbeitung der Norm wird ab Anfang 2019 erwartet.

Zur Unterstützung des Normungsantrages ist es erforderlich, detaillierte Angaben über verfügbare Produkte und Lieferwege zur Verfügung zu stellen. Dabei ist auch zu beachten, dass es auf dem Lieferweg vom Hersteller über den Händler bis zum WVU zu einer Chloratbildung als Folge des Zerfalls von Natriumhypochlorit kommt, wobei dieser entscheidend von der Temperatur mit beeinflusst wird. Bis auf die im Rahmen des DVGW-Vorhabens W4/02-16 gewonnenen Erkenntnisse liegen hierzu keine weiteren Informationen vor. Diese sind jedoch für die Begründung und Untersetzung des Normvorhabens notwendig.

Ziel des Projektes ist es, basierend auf Recherchen und Untersuchungen detailliertere Informationen über auf dem Markt verfügbare Natriumhypochloritlösungen und den Chloratanteil der beim WVU angelieferten Produkte zu erhalten. Dabei gilt es, die Chloratbildung auf dem Lieferweg ebenso mit zu erfassen, wie Schwankungen in der Produktqualität beim Hersteller. Die Ergebnisse des Projektes sind eine wesentliche Voraussetzung, um bei der Überarbeitung der DIN EN 901 die Festlegung eines möglichst niedrigen Chloratanteils festzulegen.

Vorgesehen ist die Begleitung des Projektes durch den DIN DVGW Arbeitsausschuss NA 119-07-15 AA „Desinfektionsverfahren“. Auf der Sitzung des Arbeitsausschusses am 11.10.2018 wurde der Antrag vorgestellt. Der Arbeitsausschuss unterstützt den Antrag und hält die Bearbeitung für die Unterstützung der Normungsarbeit für dringend erforderlich.

Die Bearbeitung des Vorhabens ist von grundsätzlicher Relevanz für alle WVU, die Natriumhypochlorit für die Desinfektion einsetzen. Dies betrifft insbesondere WVU mit kleinen und mittleren Aufbereitungsanlagen. Hieraus ergibt sich eine große Betroffenheit von WVU.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Burkhard Wricke
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49 (0)351 / 85211-0
Fax: +49 (0)351 / 85211-10
E-MailVisitenkarte downloaden

Laufzeit

01.01.2019 - 31.12.2019

Förderung

DVGW