Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgrenzen von Verfahren zur Verringerung unerwünschter DOC-Anteile (Entfärbung) in huminstoffreichen Grundwässern (Col_Ex)< zurück

Viele Grundwässer weisen aufgrund regional vorkommender Einlagerungen von Torf- bzw. Braunkohlensanden in den Grundwasserleitern eine Färbung durch organische Bestandteile auf, die teils erheblich über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegen (spektraler Ab-sorptionskoeffizient, SAK436 = Färbung, > 0,5 1/m). Entsprechende Wasserinhaltsstoffe bieten aus ästhetischer Sicht beim Konsumenten Grund zur Beschwerde. Grundsätzlich sind erhöhte Huminstoffkonzentrationen in Trinkwässern unerwünscht, da sie ggf. die biologische Verfügbarkeit des DOC erhöhen sowie Ausgangssubstanzen für Desinfektionsnebenprodukte darstellen. Die aufzubereitenden Rohwässer sind i.d.R. anaerob und enthalten hohe Konzentrationen an Eisen und Mangan. Durch die Organik ergeben sich daher häufig auch Probleme bei der Eisen- und Manganentfernung. Wechselwirkungen zwischen Entfärbung und Enteisenung / Entmanganung betreffen viele WVU in Deutschland und sind bisher nicht ausreichend verstanden.

Das Regelwerk des DVGW enthält aktuell keine Hinweise bzw. Angaben, mit welchen Verfahren im Rahmen der Grundwasseraufbereitung eine Entfärbung nachhaltig und kosteneffizient gesichert werden kann. Das COL_EX Projekt will diese Lücke schließen und die wissenschaftlichen Grundlagen für die Erarbeitung eines entsprechenden Merk- bzw. Arbeitsblattes schaffen. In Kooperation mit 5 WVU werden Verfahren der Eisenflockung / Fällung, des Ionentausches sowie der Oxidation (Eisen und Wasserstoffperoxid, Ozon) untersucht. Die Ozonung mit anschließender Biofiltration ist für das Aufbereitungsziel Entfärbung von Grundwässern ein innovatives und wahrscheinlich kostengünstiges Verfahren, da im Allgemeinen geringe Ozondosen den Angriff auf chromophore Bestandteile der Organik ermöglichen.

Ansprechpartner

DVGW-Forschungsstelle Hamburg
TU Hamburg-Harburg

Dr. Bernd Bendinger

Dr.-Ing. Burkhard Wricke
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49 (0)351 / 85211-0
Fax: +49 (0)351 / 85211-10
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Laufzeit

01.07.2018 - 30.06.2020

Förderung

DVGW

Forschungsvorhaben W 20-17-19