Persistente Abbauprodukte halogenierter Treib- und Kältemittel in der Umwelt< zurück

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Probenahmestandorte
Art, Umweltkonzentrationen und Verbleib unter besonderer Berücksichtigung neuer halogenierter Ersatzstoffe mit kleinem Treibhauspotenzial.

Kurzbeschreibung:

Im Jahre 2016 wurde vom TZW eine starke Belastung einiger Trinkwässer im Rhein-Neckarraum mit Trifluoracetat (TFA) – dem Anion der Trifluoressigsäure – festgestellt. Als Ursache der Belastung konnte ein industrieller Direkteinleiter im Neckareinzugsgebiet identifiziert werden. Weitere Trinkwasseranalysen in Deutschland zeigten allerdings, dass TFA auch außerhalb des Einflussgebietes dieser Punktquelle eine Relevanz besitzt. TFA in Trinkwasser ist als nicht-relevanter Metabolit des Pflanzenschutzmittels Flurtamone mit einem gesundheitlichen Orientierungswert (GOW) von 3 µg/L reguliert. Die Quellen für TFA können allerdings vielfältig sein: Industrieeinleiter, Abwasserbehandlungsanlagen, Landwirtschaft sowie nicht zuletzt der photochemische Abbau bestimmter Treib- und Kältemittel und der anschließende Eintrag des atmosphärisch gebildeten TFA über den Niederschlag. Dies verdeutlicht, dass es insbesondere bei Überschreitung des GOW zu schwerwiegenden Konflikten zwischen den einzelnen Stoffvollzügen kommen kann und effektive Gegenmaßnahmen nur möglich sind, falls die individuellen Beiträge der möglichen Stoffquellen vor Ort bekannt sind.

Die Hauptaufgabe des TZW in diesem Projekt ist die Planung und Durchführung eines Niederschlagsmonitorings, um den Beitrag der atmosphärischen Deposition als flächendeckend wichtige diffuse Stoffquelle zu quantifizieren. An acht verschiedenen Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden über den Zeitraum von 24 Monaten tägliche Niederschlagsproben gesammelt und im Labor daraus für jeden Standort niederschlagsäquivalente Monatsmischproben erstellt, die auf das enthaltene TFA analysiert werden. Die Ergebnisse werden dazu genutzt etwaige lokale und saisonale Belastungstrends aufzuzeigen und können dabei helfen, eine Eintragsfunktion des TFA in Grundwasserressourcen und eine Art Hintergrundkonzentration über den atmosphärischen Eintragspfad abzuleiten. Nur mittels dieser Informationen lassen sich lokal zusätzliche TFA-Quellen identifizieren und Lösungsstrategien erarbeiten. Die Ergebnisse dieses Arbeitspaketes werden im weiteren Projektverlauf denen der Modellierung aus Verbrauchsmengen von Treib- und Kältemitteln sowie Informationen aus (öko)toxikologischen Wirkungstests gegenübergestellt und können unmittelbar zur Ermittlung verschiedener Zukunftsszenarien herangezogen werden und in die Stoffregulierung einfließen.

Kontakt

Dr. Karsten Nödler
Karlsruher Straße 84
76139 Karlsruhe
Deutschland

Tel.: +49 721 9678-258
Fax: +49 721 9678-104
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Förderung

Umweltbundesamt der Bundesrepublik Deutschland

Projektdauer

11/2017 bis 06/2020

Projektpartner

Öko-Recherche GmbH, Frankfurt am Main
Hydrotox GmbH, Freiburg
Öko-Institut e. V., Freiburg
EMPA