Abbau phenolhaltiger Industrieabwässer mit Hilfe kavitationschemisch operierender Reaktoren und einer nachgeordneten biologischen Reinigungsstufe< zurück

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In vielen Branchen entstehen Phenole (z.B. Nitrophenole und Chlorphenole) und andere schwer abbaubare Verbindungen (z.B. Melanoidine), die das Abwasser belasten können. Zu diesen Industriebereichen zählen z.B. Kokereien, Gießereien, Holzverarbeitung, Kunststoff-, Farb- und Papier-Herstellung, Bioethanolindustrie, Galvanik aber auch städtische Klärwerke.

Im Rahmen dieses Projektes wird der Prototyp einer automatisierten Prozessstufe zum kompletten Abbau von Phenolen und deren Derivaten in Industrieabwässern zu unkritischen Produkten wie z.B. CO2 aufgebaut. Das zu behandelnde Abwasser gelangt dabei zunächst in einen Kavitationsreaktor, der einen kavitationschemischen Abbau (akustisch (Ultraschall) bzw. hydrodynamisch) der phenolischen Abwässer bewirkt. Von dort wird das Abwasser in eine biologische Aufbereitung überführt.

Der innovative Kavitationsreaktor wird für eine kontinuierliche Reinigungsstufe für den Aufbereitungsprozess von Vinasse (= Fermentationsrückstände von Melasse) zu hochwertigem Fischfutter entwickelt. Für die Gewinnung von Fischfutter wird dabei aus der Vinasse planktonische Biomasse produziert. Da Phenole antimikrobielle und phytotoxische Wirkung haben können, ist es wichtig, die in der Vinasse vorhandenen Phenolverbindungen abzubauen, um toxische Wirkungen auf Phyto- und Zooplankton zu vermeiden.

Ziel des zu entwickelnden innovativen Verfahrens ist es daher, persistente Phenole mit Hilfe der vorgeschalteten kavitationschemischen Transformation soweit zu behandeln, dass

  • die Toxizität der phenolischen Verbindungen soweit abgenommen hat, dass eine mikrobielle Zersetzung bzw. biologische Abwasserbehandlung ermöglicht wird.
  • die Abbaubarkeit der phenolischen Verbindungen in der biologischen Stufe deutlich erhöht wird, indem Reaktionsprodukte wie z.B. Carbonsäuren entstehen, die biologisch leicht und schnell eliminiert werden können.

Die Verbindung von kavitationschemischem Abbau und mikrobieller Zersetzung ist ein innovatives und technisch realisierbares Verfahren mit großem Potential für die Klärung industrieller Abwässer aus verschiedenen Branchen.

AnsprechpartnerIn

Dipl.-Geol. Axel Müller

Tel.: +49(0)721/9678-223
E-MailVisitenkarte downloaden

Förderung

BMWi - Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

im Rahmen von ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Projektdauer

2014 - 2016