Abluftreinigung mittels biologischem Abluftwäscher und vorgeschalteter UV-Oxidation/-Katalyse für spezielle Industrieabluft< zurück

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Biologische Abbauprozesse sind bei schwer abbaubaren und/ oder toxischen Schad- und Geruchsstoffen für spezielle Industrieabluft oft nicht einsetzbar. Ein weiterer limitierender Faktor ist die geringe Wasserlöslichkeit vieler Abluft-Inhaltsstoffe.

Ein Beispiel ist hier Industrieabluft aus der Steinkohlenteer- und der Bitumenindustrie, weil darin NSO-Heterozyclen, Alkylbenzole (BTEX) und PAKs (Polyzyklische Aromatische Kohlenwassserstoffe) mit einer ganzen Reihe schwer abbaubarer Stoffe wie Thiophene, Pyridine, Furane, Indene und Indane enthalten sind.

Um die Vorteile biologischer Verfahren auch für Industrieabluft nutzbar zu machen, soll daher innerhalb dieses Projektes eine Kombination einer biologischen Abluftbehandlung mit einer vorgeschalteten UV-Behandlung entwickelt werden.

Bei dem Kombinationsverfahren gelangt die Abluft zunächst in eine UV-Anlage, die eine Photoionisation, Photolyse oder Photokatalyse bewirkt. Die so vorbehandelte Abluft wird über einen Gaswäscher oder direkt in eine biologische Abluftbehandlungsanlage geleitet. Diese wird je nach zu reinigender Abluft als Biowäscher, Biofilter oder Biotricklingfilter arbeiten.

Ziel eines solchen innovativen Verfahrens ist, die in der industriellen Abluft enthaltenen Schadstoffe mit Hilfe der vorgeschalteten UV-Anlage soweit zu oxidieren bzw. zu "cracken", dass

  • die Abbaubarkeit der Schadstoffe in der biologischen Stufe durch Bildung biologisch leicht und schnell eliminierbarer Oxidationsprodukte deutlich erhöht wird.
  • die Wasserlöslichkeit der Schadstoffe durch Bildung löslicher Zwischenprodukte verbessert wird.
  • bei sehr hohen Schadstoffkonzentrationen in der UV-Vorstufe bereits ein Teil der Abluftinhaltsstoffe mineralisiert wird und somit die biologische Stufe nicht mit toxischen Konzentrationen belastet wird.
  • die Einsetzbarkeit in Anwesenheit von Katalysatorgiften wie Schwefel, Phosphor, Silizium, Halogenen, Schwermetallen ermöglicht wird (Biostufe ersetzt teure Katalysatorstufe).

Das Kombinationsverfahren vereint damit die Vorteile biologischer Abluftbehandlung (niedrige Betriebs- und Investitionskosten) mit neuesten UV-Verfahren zur Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit schwer abbaubarer Schadstoffe in Industrieabluft.

AnsprechpartnerIn

Heico Schell

Tel.: +49(0)721/9678-283
E-MailVisitenkarte downloaden

Förderung

BMWi - Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

im Rahmen von ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Projektdauer

2013 - 2015