Auswirkungen von Konzentrateinleitungen auf Fließgewässer< zurück

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Einer der drei Modellstandorte

Entsprechend dem Verfahrensprinzip von Nanofiltrations- bzw. Umkehrosmoseanlagen werden die im Rohwasser gelöst vorliegenden Härtebildner bzw. Salze aufkonzentriert und als sogenanntes Konzentrat meist in Fließgewässer abgeschlagen. Zur Aufrechterhaltung des Betriebs ist in der Praxis die Dosierung von sogenannten Antiscalants in den Zulauf der Aufbereitungsanlage erforderlich. Antiscalants verhindern während des Aufkonzentrierungsprozesses den Ausfall von schwer löslichen Salzen auf der Membran. Als Wirkstoffe finden bisher meist Phosphonsäuren oder Polyacrylsäure Verwendung. Die Antiscalants werden durch die Membranen vollständig zurück gehalten und befinden sich ebenfalls im Konzentrat. Durch die Einleitung von Konzentrat in Fließgewässer resultiert lokal betrachtet ein Anstieg der Salzfracht des Gewässers. Bei einer Betrachtung des gesamten Versorgungsgebietes, ist jedoch durch die Inbetriebnahme von zentralen Entsalzungsanlagen von einer Verminderung des Salzeintrages in die Umwelt durch Außerbetriebnahme von dezentralen, privat betriebenen Enthärtungsanlagen sowie von einem Rückgang des Schwermetallgehaltes im Klärschlamm auszugehen.

Im Rahmen eines vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geförderten Forschungsvorhabens wurde an drei Modellstandorten die großtechnische Inbetriebnahme von Membranenthärtungsanlagen in Hinblick auf die Auswirkungen der Konzentrateinleitung auf die Fließgewässerbeschaffenheit bzw. dessen Ökosystem wissenschaftlich begleitet. Gemeinsam mit Projektpartnern wurden die wasserchemischen und gewässerökologischen Auswirkungen einer Konzentrateinleitung an den Fließgewässern untersucht. Hierbei handelte es sich um kleine Fließgewässer, so dass die Auswirkungen auch bei relativ geringen Mischungsverhältnissen von Konzentrat und Flusswasser betrachtet werden konnten.

Unter den Bedingungen der Modellstandorte war die Konzentrateinleitung ökologisch verträglich.

Auf Basis dieser Erkenntnisse werden einheitliche Leitlinien zur Beurteilung einer Konzentrateinleitung in Fließgewässer definiert.

Literatur:

Müller, U.; Wurm, K.; Sacher, F.: Auswirkungen der Konzentrateinleitung aus Membrananlagen für die zentrale Trinkwasserenthärtung auf die Fließgewässerbeschaffenheit. gwf Wasser Abwasser Januar 2016 (157), 68-75

Müller, U.; Sacher, F.: Auswirkungen von Konzentraten der Trinkwasserenthärtung in Fließgewässern. Veröffentlichungen aus dem Technologiezentrum Wasser, Band 71, ISSN 1434-5765 (2016)

Müller, U.: Konzentrate der Umkehrosmose - besser als ihr Ruf? Veröffentlichungen aus dem Technologiezentrum Wasser 70, ISSN 1434-5765, 77-96 (2015)

Ansprechpartner

Förderung

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Projektdauer

2012 - 2015