Potentiale der elektrochemischen Scaleinhibierung bei Membrananlagen in der zentralen Trinkwasseraufbereitung und deren Umsetzung an einer Demonstrationsanlage< zurück

Zur zentralen Enthärtung kommen vermehrt Umkehrosmoseanlagen zum Einsatz. Infolge der prozessbedingten Aufkonzentrierung der Wasserinhaltsstoffe können schwerlösliche anorganische Verbindungen nach Überschreitung der Löslichkeitsgrenze ausfallen und auf der Membran unerwünschte Deckschichten bilden. Um diesen als Scaling bezeichneten Prozess zu unterbinden, wird üblicherweise ein Antiscalant in den Zulauf der Membrananlage dosiert. Hierbei handelt es sich meist um Phosphonsäuren oder Acrylate. Die zugegebene Antiscalantmenge wird über den Konzentratstrom wieder ausgeschleusst. Konzentrate werden üblicherweise in Vorfluter abgeschlagen wodurch die Antiscalants in die Umwelt gelangen.

Im Rahmen eines vom DVGW geförderten Forschungsprojektes werden Möglichkeiten und Grenzen der elektrochemischen Scaleinhibierung eruiert. Bei diesem Prozess wird das mittels Umkehrosmose zu behandelnde Wasser über geeignete Elektroden elektrochemisch behandelt. Die Zugabe von Antiscalants wird dadurch entbehrlich. Im Projekt wird ein gesamtheitliches, praktisches Prozessverständnis beim Zusammenwirken von elektrochemischer Behandlung in Kombination mit der Umkehrosmose entwickelt.

Gemeinsam mit einem Industriepartner werden die Untersuchungen sowohl im Labormaßstab als auch an einer Demonstrationsanlage mit einer Permeatleistung von 10 m³/h durchgeführt. Hierbei werden spezielle Designvarianten und Betriebsbedingungen untersucht. Zudem sollen die verfahrenstechnischen Grundlagen ermittelt werden, die erforderlich sind, um die Ausbeute merklich gegenüber dem derzeit möglichen Niveau anzuheben.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Uwe Müller

Tel.: +49 721/9678-257
Fax: +49 721/9678-109
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Förderung

DVGW - Deutscher Verein für Gas und Wasser, Förderkennzeichen W4/02/12

Projektdauer

2013 - 2015