Entfernung von Pestiziden und deren ionischer Abbauprodukte durch Adsorptionsverfahren< zurück

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Das Auftreten von Pestiziden in Grund- und Oberflächenwässern ist seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Studien. Während es sich in der Vergangenheit bei den für die Trinkwasseraufbereitung relevanten PSM-Wirkstoffe meist um unpolare Verbindungen handelte, gewinnen polare Wirkstoffe sowie auch ionische Abbauprodukte zunehmend an Bedeutung. Hierzu zählen beispielsweise die Herbizide Bentazon und Mecoprop und Metabolite von Metazachlor und Metolachlor (Carbon- und Sulfonsäuren).

Ein weit verbreitetes und effektives Verfahren zur Entfernung von PSM-Wirkstoffen während der Trinkwasseraufbereitung stellt die Aktivkohlefiltration dar. Mit zunehmender Polarität der zu entfernenden Verbindungen nimmt jedoch deren Adsorbierbarkeit ab. Erfahrungen aus der Praxis hinsichtlich der Entfernbarkeit beispielsweise der o.g. polaren PSM-Wirkstoffe und der ionischen Metabolite lagen nicht bzw. nur vereinzelt vor, sodass durch das TZW grundlegende Untersuchungen zur Bewertung ihrer Adsorbierbarkeit im Rahmen eines von der Water Research Foundation (WRF) geförderten Forschungsvorhabens

„ Removal of Pesticides and Their Ionic Degradates by Adsorptive Processes „

durchgeführt wurden.

Stoffdaten zur Charakterisierung der hydrophilen Eigenschaften reichen nicht aus, um die Adsorbierbarkeit von neuen Substanzen an Aktivkohle vorherzusagen. Aus standardisierten Kleinfiltertests hingegen ist abzuleiten, dass es sich bei den Abbauprodukten (Metolachlor-S-Metabolit, Metolachlor-C-Metabolit, Metazachlor-S-Metabolit, Metazachlor-C-Metabolit) um schlecht adsorbierbare Stoffe handelt. Demgegenüber sind Mecoprop und Bentazon besser adsorbierbar. Dies konnte durch Pilotversuche in einem Wasserwerk unter Praxisbedingungen bestätigt werden. Weiterhin lassen sich aus den Versuchsfilterdaten Folgerungen für die Auswahl einer geeigneten Aktivkohle sowie die Optimierung des Adsorberdesigns unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte ableiten.

Der Abschlussbericht kann über die WRF bezogen werden.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Brigitte Haist-Gulde

Tel.: +49(0)721/9678-131
Fax: +49(0)721/9678-109
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Förderung

WRF - Water Research Foundation

Projektdauer

2008 - 2011