Sanierungsverfahren für PFC-Schadensfälle am Beispiel eines Flughafens< zurück

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Perfluorierte Verbindungen (PFC = perfluorinated chemicals/ compounds), die für eine Vielzahl von industriellen und häuslichen Anwendungen eingesetzt werden, stellen ein weit verbreitetes Problem in der aquatischen Umwelt dar. Aufgrund ihrer hohen Stabilität sind sie sehr resistent sowohl gegenüber chemischen als auch gegenüber biologischen Abbauprozessen.

Durch den langjährigen Einsatz von (zugelassenen) Feuerlöschschäumen sind Böden, Grundwasser und Oberflächengewässer auf einem Flughafengelände erheblich mit PFC (insbesondere PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFHxS (Perfluorhexansulfonsäure)) belastet. Im Rahmen des Projektes wurden sowohl die bereits zur Standortsanierung angewandte Sorptionstechnik optimiert als auch neue Methoden wie Membranfiltration und elektrochemischer Abbau auf ihre Eignung für die PFC-Elimination getestet.

Mit der Membranfiltration konnten hohe Entfernungsgrade für die PFC erreicht werden, wobei die Konzentrationen im Permeat aufgrund der hohen Ausgangs-Konzentrationen teilweise über den derzeitigen Schwellenwerten für Grundwasser lagen. Die demnach erforderliche Nachbehandlung von Permeat und Konzentrat sowie die aufgrund der Wassermatrix nötige Vorbehandlung des Grundwassers macht diese Technik für Grundwasser in der Regel unwirtschaftlich.

Der elektrochemische Abbau erreichte hohe Mineralisierungsgrade für die PFC. Dabei hängt der erforderliche Energieeintrag überwiegend von dem zu behandelnden Wasser-Volumen und nicht von der enthaltenen PFC-Konzentration ab. Aufgrund der hohen Stromkosten ist die Behandlung eines nicht aufkonzentrierten Grundwassers daher nicht wirtschaftlich.

Des Weiteren wurde der biologische Abbau der Begleitkontaminanten BTEX und Chlorethene in Grundwasser-Mikrokosmen nachgewiesen. Laborversuche zeigten, dass Flockung/ Fällung lediglich zur Verminderung von Eisen, Färbung und Trübung, jedoch nicht zur Entfernung von PFC und DOC (Dissolved Organic Carbon) geeignet waren.

Aus den am TZW durchgeführten Sorptionsversuchen mit 17 verschiedenen Materialien wurden geeignete Materialien für weitergehende Laborversuche am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) ausgewählt. Anschließend wurde durch das LfU eine Pilotanlage zur Testung der ausgewählten Materialien am Beispielstandort aufgebaut. Ausgehend von den in diesem Projekt erzielten Ergebnissen ist die Sorptionstechnik die wirtschaftlichste und effizienteste Methode zur Sanierung von PFC-Kontaminationen im Grundwasser.

AnsprechpartnerIn

Dr. Kathrin Schmidt

Tel.: +49(0)721/9678-223
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Projektpartner und Förderung

Projektdauer

2012 - 2013
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