Trinkwasseraufbereitung in Indien< zurück

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Sandreinigung in der Langsamsandfilteranlage WTP Indira Ghandi, Kolkata (Nennleistung 15000 m³/h)
Nachhaltige Konzepte zur Trinkwassergewinnung in Indien

Im Rahmen des BMBF-Projekts 01RD1005A hat das TZW 2011 die Anwendbarkeit der künstlichen Grundwasseranreicherung (KGA) sowie der Langsamsandfiltration (LS) in Indien geprüft. Entsprechend modifizierte KGA/LS-Anlagen bieten den Vorteil, dass neben Flusswasser ggf. auch arsenhaltige Grundwässer sowie aufbereitetes Abwasser und Niederschlagsabflüsse als Rohwasserressourcen erschlossen werden können.

Die Trinkwasserversorgung in indischen Großstädten erfolgt überwiegend durch Oberflächenwasser, das mittels Flockung-Sedimentation-Filtration-Chlorung aufbereitet wird. Für kleinere und mittlere Anlagen ist dieser Prozess aufgrund der relativ komplexen Verfahrenstechnik, verbunden mit intensiver Wartung und Überwachung sowie des Chemikalienbedarfs nur bedingt geeignet. Die Oberflächengewässer sind stark verunreinigt, da bislang in Indien kommunales und industrielles Abwasser in den meisten Fällen unbehandelt in die Flüsse abgeleitet wird.

In ländlichen Gebieten Indiens beruht die Trinkwasserversorgung überwiegend auf Grundwasser, wobei in der Regel keine Aufbereitung erfolgt. Besonders problematisch sind deshalb erhöhte Gehalte an toxischem Arsen in vielen Grundwässern. Im indischen Bundesstaat West Bengalen sind mehr als 30 Millionen Menschen von hohen Arsengehalten im Trinkwasser betroffen. Weitere Bundesstaaten mit arsenhaltigen Grundwässern sind z.B. Jharkhand, Bihar, Uttar Pradesh, Assam und Chattisgarh.

In Indien besteht ein großes Potenzial zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung. Nachhaltige und kostengünstige Aufbereitungsverfahren sowie die Berücksichtigung lokaler Besonderheiten und Randbedingungen sind erforderlich. Zusammen mit neun deutschen und 13 indischen Partnern wurde ein ein Verbund-F&E-Vorhaben ausgearbeitet. Titel: „Sichere und nachhaltige Trinkwassergewinnung in Indien durch Kopplung von naturnahen und innovativen Verfahren“- NIRWIndU“).

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Stefan Stauder

Tel.: +49 (0)721/9678-122
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