Hygienische Sicherheit von Wasserbehandlungsgeräten (2001-2003)< zurück

DVGW-Forschungsvorhaben W 10/02/01

Studie zur hygienischen Sicherheit von Wasserbehandlungsgeräten

Im Zusammenhang mit dem Europäischen Anerkennungssystem (EAS) werden zukünftig auch die eingeführten Standards bei Wasserbehandlungsgeräten neu in Diskussion geraten.

Hier sind in Deutschland v. a. die Anforderungen an Ionenaustauscher in Trinkwasser-Installationen zu nennen, die durch die DIN 19636 geregelt sind.

Ziel der vorliegenden Studie war es, die Erfahrungen bei den Prüfungen nach DIN 19636 zusammenfassend auszuwerten. Darüberhinaus war durch eine Literaturstudie und die Zusammenstellung von Fallstudien das Risiko des Eintrages potentiell pathogener Keime in die Ionenaustauscher zu verifizieren.

Die Literaturstudie ergab, dass es aufgrund mikrobiologischer Probleme in Wasserenthärtern in den 1960-er und 1970-er Jahren in Deutschland zu Diskussionen über deren hygienische Probleme kam, die schließlich zur Entwicklung der DIN 19636 führten. Die Austauscherharze stellen einen permanenten Nährboden für Mikroorganismen dar. Eine Gefährdung des Verbrauchers durch diese Geräte ist daher insbesondere dann zu erwarten, wenn potentiell pathogene Mikroorganismen, die sich auch mit geringen Nährstoffgehalten vermehren können, von außen eingetragen werden. Hier ist insbesondere an Pseudomonas aeruginosa zu denken.

Zum Vorkommen von Pseudomonas aeruginosa in Trinkwasserverteilungssystemen liegen jedoch kaum aktuelle Berichte vor. Etliche Literaturstellen waren dagegen zum Vorkommen in Trinkwasser-Installationen zu finden. Dies verdeutlicht, dass das Problem eines Wachstums / einer Ansiedlung von Pseudomonas aeruginosa insbesondere dort gegeben ist, wo erhöhte Temperaturen, lange Stagnationszeiten sowie Nährstoffgehalte z.B. aus Oberflächen wie den Ionenaustauscherharzen zusammenkommen.

Die Auswertung der Ergebnisse der DIN 19636 ergab, dass die beiden kritischen Kriterien zum einen die Einhaltung der Grenzwerte der Koloniezahl nach 10 Tagen Stagnation in der Betriebsphase und zum anderen die Beimpfung mit Pseudomonas aeruginosa waren. Ersteres stellt ein Maß für die Abgabe von Nährstoffen aus dem Ionenaustauscherharz dar, während mit letzterem die Effektivität der Desinfektionsmaßnahme während der Regeneration geprüft wird.

Von den insgesamt im zehnjährigen Untersuchungszeitraum 1992-2001 geprüften Wasserenthärtern konnten 30% die Anforderungen der DIN 19636 trotz mehrmaliger Testläufe mit konstruktiven Änderungen nicht erfüllen. Bei den restlichen Modellen, die die Prüfkriterien einhielten, war dies in ca. der Hälfte der Fälle nicht beim ersten Testlauf der Fall, d. h. ohne Anwendung der Prüfnorm DIN 19636 würden mind. 50% der Modelle bei Stagnation verkeimen und es könnten sich auch potentiell pathogene Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa im Ionenaustauscher ansiedeln, so dass solche Wasserbehandlungsgeräte zu einer ständigen Abgabe dieser Bakterien führen und damit eine Gesundheitsgefahr für den Verbraucher darstellen könnten.

Die Ergebnisse zeigen jedoch gleichzeitig, dass es möglich ist, Kationenaustauscher für die Trinkwasser-Installation herzustellen, die den hohen Anforderungen der DIN 19636 genügen.
Die derzeit auf dem Markt befindlichen DIN/DVGW-geprüften Kationenaustauscher erfüllen daher in hohem Maße die Sicherheitsbedürfnisse des Verbrauchers. Auch im Ablauf dieser Wasserbehandlungsgeräte ist die Trinkwasserqualität grundsätzlich eingehalten; nach Austausch von 3 Bettvolumina sind die Richt-/Grenzwerte der Koloniezahl nach TrinkwV sowohl im intermittierenden Betrieb als auch nach Stagnation eingehalten. Auch wenn eine einmalige Verunreinigung mit aufkeimenden potentiell pathogenen Bakterien wie beispielsweise Pseudomonas aeruginosa erfolgen würde, würde diese nach der nächsten Regeneration wieder entfernt sein.

Publikation:

  • Hambsch, B.:
    Studie zur hygienischen Sicherheit von Wasserbehandlungsgeräten. Energie Wasser Praxis 7/8, S. 36-37 (2002).

Ansprechpartner

Dr. Beate Hambsch

Tel.: +49 721/9678-220
Fax: +49 721/9678-101
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Förderung

DVGW

Forschungsvorhaben W 10/02/01

Projektdauer

2001-2003