Neue Werkzeuge für die Identifizierung von fäkalen Eintragsquellen (Microbial Source Tracking)< zurück

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Die derzeit zur Wasserqualitäts-Kontrolle angewandten mikrobiologischen Kulturverfahren sind geeignet, eine Beeinträchtigung durch Fäkaleinträge nachzuweisen, geben jedoch keinen Aufschluss über die Herkunft einer Kontamination. Effizientere Maßnahmen zur Verbesserung der mikrobiologischen Rohwasserqualität erfordern allerdings die Identifizierung der Eintragsquellen. Neue vorwiegend molekularbiologische Methoden haben das Potential, die Herkunft von Fäkaleintragen möglichen Quellen zuzuordnen.

Für dieses „Microbial Source Tracking“ (MST) sind z.B. genetische Biomarker aus dem 16S rRNA-Gen der in Fäkalien stets in hoher Anzahl nachweisbaren Bakterien Bacteroidetes geeignet. Als weitere Wirts-spezifische Biomarker können Mitochondrien (in eukaryotischen Darmzellen, also z.B. beim Menschen, enthalten) oder Viren/ Bakteriophagen detektiert werden.

Auf Basis eigener Vorarbeiten sowie der aktuellen internationalen Fachliteratur sollen spezifische PCR-Methoden für humane Fäkaleinträge sowie für Einträge durch z.B. Rinder, Schweine oder Hunde entwickelt und in ausgewählten Einzugsgebieten angewandt werden. Die Modell-Einzugsgebiete der beteiligten Wasserversorger zeichnen sich durch eine langjährige Datenbasis, verschiedene Rohwasserarten sowie Landnutzungen und unterschiedliche Komplexität aus.

Die neuen molekularbiologischen Marker werden in Bezug auf Spezifität, Sensitivität und Stabilität beurteilt. Das Gesamtziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung und Prüfung der neuen PCR-Methoden zur Identifizierung von fäkalen Eintragsquellen im Einzugsgebietsmaßstab. Ihre Eignung zur Ableitung und Erfolgskontrolle gezielter Management-Maßnahmen wird geprüft. Im Ergebnis sollen neue methodische Werkzeuge für die wasserwirtschaftliche Praxis zur Verfügung stehen.

AnsprechpartnerIn

Dipl.-Ing. (FH) Claudia Stange

Tel.: +49(0)721/9678-134
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Förderung

DVGW - Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e.V.

Projektlaufzeit

2015 - 2017