Aufbau der bundesweiten Rohwasserdatenbank Wasserversorgung (RWDB)< zurück

Bei den Wasserversorgungsunternehmen liegt eine enorme Datenfülle zur Beschreibung der Beschaffenheit der genutzten Rohwasservorkommen vor. Durch die Bündelung dieser Rohwasserdaten in Form einer Datenbank kann eine bundesweite Datenbasis zur Förderung der Sicherheit und des Umweltschutzes entsprechend den satzungsgemäßen Zielen des DVGW geschaffen werden.

Im Rahmen des vom DVGW geförderten Forschungsvorhabens W1/02/09 erfolgte der Aufbau der bundesweiten Rohwasserdatenbank Wasserversorgung (RWDB). Vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2008, in der die Rahmenbedingungen für die Etablierung einer derartigen bundesweiten Datenbank erarbeitet worden waren.

Mit der aufgebauten bundesweiten Rohwasserdatenbank Wasserversorgung (RWDB) besteht nun erstmals die Möglichkeit, die bei den Wasserversorgern vorliegenden Daten zur Beschaffenheit der zur Trinkwassergewinnung genutzten Wässer zu bündeln. Damit wird der Wasserversorgungswirtschaft ein neues Instrumentarium an die Hand gegeben, mit dem derartige Daten zu einer bundesweiten wissenschaftlich aus- und bewertbaren, qualitätsgesicherten und validierten Datenbasis zusammengeführt werden können.

Die Teilnahme der WVU an der bundesweiten Rohwasserdatenbank ist freiwillig und die überlassenen Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Durch eine bundesweite RWDB ergeben sich große Vorteile für den vorbeugenden Ressourcenschutz, für die Wasserversorgungswirtschaft im Gesamten, sowie auch für die einzelnen Unternehmen. Einige der Funktionen und Vorteile der RWDB sind:

  • Frühwarnsystem: Eine gemeinsame Datenbank der Wasserversorger ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen von Belastungen und die Beobachtung von zeitlichen und räumlichen Entwicklungen. WVU können durch einen Abgleich ihrer Daten mit der deutschlandweiten Situation ihr eigenes Monitoringprogramm anpassen.
  • Informationsplattform: Fachliche Informationen, Erfahrungen oder Materialen zur Öffentlichkeitsarbeit können für die beteiligten WVU bereitgestellt werden.
  • Unterstützung und Argumentationshilfe: Die Auswertungen der RWDB geben wertvolle Hinweise für die Verbandsarbeit der Wasserversorger auf nationaler und europäischer Ebene. Bei möglichen Belastungen können gezielte Gegenmaßnahmen initiiert werden.
  • Verbrauchervertrauen: Durch eine fachlich fundierte und aktuelle Datenbasis zur Beschaffenheit der Rohwässer können kurzfristige Anfragen von Öffentlichkeit und Medien sachlich und objektiv beantwortet werden.

Im Rahmen einer deutschlandweiten Fragebogenaktion unter den Wasserversorgungsunternehmen (WVU) wurden erste Daten von zum Vorkommen von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und deren Abbauprodukten erhoben und in die Datenbank eingepflegt. Für eine Auswertung auf Basis der beim Aufbau in der Rohwasserdatenbank erfassten Daten (4.400 Analysen an 490 Rohwasserentnahmestellen von 350 Betreibern) wurde für jede Rohwasserentnahmestelle ein Median über die Konzentrationen der Jahre 2010 und 2011 gebildet. Dieser Zeitraum wurde gewählt, um eine aktuelle Belastungssituation darzustellen. Von den 162 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen und 19 Metaboliten, zu denen nach Abschluss des Aufbaus in der Rohwasserdatenbank Untersuchungsergebnisse vorlagen, wurden 28 mit Konzentrationen über der Bestimmungsgrenze nachgewiesen, davon 17 Wirkstoffe und 11 Metaboliten.

Veröffentlichungen:

Kiefer J., Fischer T., Sturm S. (2012): Inbetriebnahme der bundesweiten Rohwasserdatenbank Wasserversorgung. DVGW energie | wasser-praxis; 3, 36-40.

Kiefer J., Fischer T., Sturm S., Kollotzek D. (2012): Aufbau der bundesweiten Rohwasserdatenbank Wasserversorgung (RWDB), Abschlussbericht zum DVGW-Forschungsvorhaben W 1/02/09. TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser (Hrsg.): Aktuelle Themen im Grundwasserschutz. Veröffentlichungen aus dem Technologiezentrum Wasser Karlsruhe; 52, 1-40.

Ansprechpartner

Dipl.-Geol. Joachim Kiefer

Tel.: +49 721/9678-200
Fax: +49(0)721/9678-102
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Projektdauer

2010-2011

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