Aufklärung der Chromatquellen im Rohwasser von Trinkwasserversorgern< zurück

Aufklärung der Quellen und Eintragspfade für Chromat im Rohwasser von Trinkwasserversorgern im südlichen Oberrheingraben und Ableitung von Handlungsempfehlungen zu ihrer Beseitigung

Chrom kommt in der Natur vor allem in zwei Formen vor, einer dreiwertigen und einer sechswertigen, dem sogenannten Chromat. Chromat weist im Gegensatz zum dreiwertigen Chrom eine deutlich höhere Toxizität auf und gilt als „möglicherweise krebserzeugend beim Menschen“. Der Grenzwert für alle Chromverbindungen im Trinkwasser liegt bei 50 Mikrogramm pro Liter und wird im Trinkwasser in Deutschland in der Regel weit unterschritten. Aus neueren Studien gibt es Hinweise, dass Chromat auch schon in geringeren Mengen schädlich sein könnte. Aus diesem Grund findet derzeit eine Diskussion über die Bewertung des Vorkommens von Chromat in Roh- und Trinkwässern statt.

Bisher ist aber noch unklar, wie und aus welchen Quellen Chromat ins Grundwasser gelangt. Chromverbindungen kommen natürlich in der Umwelt vor, werden aber auch in der Industrie, zum Beispiel in der Stahl- und Autoindustrie, eingesetzt. TZW und bnNETZE untersuchen mögliche Eintragswege für die Region Südlicher Oberrhein in einer regional hochauflösenden Studie und erarbeiten Handlungsempfehlungen, um ggf. die Belastungen mit Chromat zu verringern.

In einem ersten Schritt werden Wasserproben von Wasserversorgern aus der Region untersucht. Somit soll zunächst festgestellt werden, ob und wo die Chromatwerte möglicherweise erhöht sind. Anschließend wird untersucht, woher diese Chromatkonzentrationen stammen können. Recherchen in der Fachliteratur und bei den Gemeinden sowie in geologischen Karten und Gutachten sollen weitere Hinweise auf mögliche natürliche und anthropogene Chromatquellen liefern. Diese Daten sowie Messergebnisse für Bodenproben aus dem Untersuchungsgebiet dienen anschließend als Grundlage für ein Monitoringprogramm, das die Chromatbelastung über den Zeitraum von einem Jahr aufzeichnet und damit Aussagen über die aktuelle Belastung ermöglicht.

In Laborversuchen wird außerdem überprüft, welcher Anteil von mit Chromat belasteten Böden gelöst und ins Grundwasser gelangen kann. Hierbei wird auch untersucht, welche Umgebungsbedingungen zu einer erhöhten oder verminderten Chromfreisetzung führen können.

Projektpartner

bnNETZE GmbH

Finanzierung

badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz

Projektdauer

2016 - 2018