Potenzialstudie zur nachhaltigen Erzeugung und Einspeisung gasförmiger, regenerativer Energieträger in Deutschland (Biogasatlas)< zurück

Im bundesweiten DVGW-Forschungsvorhaben GW 2-01-10 „Potenzialstudie zur nachhaltigen Erzeugung und Einspeisung gasförmiger, regenerativer Energieträger in Deutschland“ mit der Kurzbezeichnung „Biogasatlas“ befassen sich das Gas- und das Wasserfach gemeinsam mit der strategischen Planung für eine nachhaltige, langfristig planbare und umweltverträgliche Biogaseinspeisung ins Gasnetz.

Dadurch sollen zukünftige Schwerpunktgebiete für den Anbau von Energiepflanzen für die Biogasproduktion unter Berücksichtigung der Anforderungen des Gewässerschutzes einschließlich der Gärresteausbringung und der Gärrestqualität (Schadstoffe) lokalisiert werden. Dabei werden jedoch auch Ausschlussgebiete für die Gärrestausbringung oder Gebiete, die bei einer Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung zum Energiepflanzenanbau besonderer Beachtung bedürfen, aufgezeigt.

Hierzu werden die entsprechenden Basisdaten von wasserwirtschaftlich bedeutenden Gebieten (z.B. Wasserschutzgebiete, Wassergewinnungsgebiete, Überschwemmungsgebiete, gefährdete Grundwasserkörper nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bzgl. Nitrat etc.) und Gebiete, die aus Naturschutzsicht bedeutend sind, zusammengestellt.

Ziel ist es, deutschlandweite „Restriktionsfiles“ zu erzeugen, in denen z. B. alle Gebiete, die aus Sicht des TZW nicht für die Gärrestausbringung geeignet sind, gekennzeichnet werden („Ausschlussgebiete“). Beispielsweise wären dies Ackerflächen innerhalb von Gewässerrandstreifen, Flächen innerhalb der Schutzzonen I und II von Wasserschutzgebieten bzw. Flächen, die innerhalb der 50-Tage-Linie von Wassergewinnungsanlagen liegen sowie einige Schutzgebiete aus Naturschutzsicht. Bei weiteren wasserwirtschaftlich bedeutenden Gebieten betreffen die Restriktionen z. B. die Art der Gärreste (nur schadstoffarme Gärreste).

Sowohl Landwirte als auch Biogasanlagenbetreiber in Gebieten mit bereits hoher Nitratbelastung der Gewässer sollen für einen nachhaltigen Energiepflanzenanbau sensibilisiert werden.

Auch für die weniger mit Nitrat belasteten Gebiete wird die aus Sicht des Ressourcenschutzes für die Trinkwassergewinnung erforderliche grundsätzliche Vorgehensweise bei der Planung von Biogasanlagen beschrieben. Hierdurch sollen ein gewässerschützender Energiepflanzenanbau auch in diesen Regionen begünstigt und negative Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung vermieden werden. Durch eine GIS-gestützte Zusammenführung der Potenziale und aller relevanten Informationen zum Gewässerschutz ist eine realistische Gesamtübersicht über das Biogaserzeugungs- und Biogaseinspeisepotenzial in Deutschland zu erwarten, bei der die Belange des Gewässerschutzes berücksichtigt worden sind.

Aufgrund der verschiedenen Restriktionen und der bereits vorherrschenden Nitrat-Belastung vieler Grundwasserkörper, ist unter Nachhaltigkeitsaspekten ein weiterer Ausbau der Biogaserzeugung nur dann noch möglich, wenn gewährleistet wird, dass der zurzeit ausgebrachte Mineraldünger zu wesentlichen Anteilen durch Gärreste substituiert und bei der Düngeberechnung sachgerecht berücksichtigt wird. Dies betrifft insbesondere solche Gebiete, in denen bereits jetzt schon hohe Wirtschaftdüngermengen anfallen.

Das Vorhaben soll den politischen und wirtschaftlichen Akteuren Entscheidungshilfen an die Hand geben, um den Schutz der Gewässer beim weiteren Ausbau der Bioenergie zu berücksichtigen.

Die Besonderheit des Projektes ist somit die Ermittlung des Potenzials unter Vermeidung von Konflikten mit der Wasserversorgung.

Weitere Informationen zum Projekt sind unter http://www.dvgw-innovation.de/die-projekte/uebersicht/biogaspotenzialatlas/ verfügbar.

Ansprechpartner

Dipl.-Geol. Joachim Kiefer

Tel.: +49 721/9678-200
Fax: +49(0)721/9678-102
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Dipl.-Ing. Thomas Ball
76139 Karlsruhe
Deutschland

Tel.: +49(0)721/9678-202
Fax: +49(0)721/9678-102
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Projektpartner

  • DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg (DBI, Koordination)
  • DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Gastechnologie
  • Fraunhofer Institut UMSICHT in Oberhausen

Projektdauer

2011-2012