Aktualisierung der Verbrauchsganglinien für Haushalte, öffentliche Gebäude und Kleingewerbe sowie Entwicklung eines Modells zur Simulation des Wasserbedarfs< zurück

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Hochaufgelöste Verbrauchsmessungen in einem Mehrfamilienhaus (38 Nutzungseinheiten, 51 Einwohner)

In den 1970er und 80er Jahren wurde ein kontinuierlich ansteigender Wasserbedarf für die Bundesrepublik Deutschland prognostiziert. Entgegen den Erwartungen von 219 Liter je Einwohner und Tag, lag der bundesweite Durchschnitt im Jahr 2010 bei 121 Liter je Einwohner und Tag. Hieraus ergab sich die Frage der Notwendigkeit von Anpassungen entsprechender Regelwerke. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden in Versorgungsbereichen von 12 verschiedenen Wasserversorgungsunternehmen mehr als 200 hochaufgelöste Verbrauchsmessungen an Haus- und Wohnungswasserzählern sowie punktuell an Einzelarmaturen durchgeführt. Zudem wurden stichprobenartig Hotels, Schulen, Bürogebäude und Gesundheitseinrichungen untersucht. Die Daten wurden hinsichtlich Tagesverbrauch und Spitzendurchfluss ausgewertet und an den aktuellen Regelwerken gespiegelt. Weitere Analysen wurden zu regionalen und saisonalen Unterschieden sowie dem Einfluss von Kleingewerbe durchgeführt.

Die analysierten Spitzendurchflusswerte für die Bezugszeiten 5 Minuten und eine Stunde (DVGW Regelwerk W 406 und 410) waren gegenüber den Angaben in den Regelwerken deutlich geringer. Die Spitzendurchflusswerte zur Bezugszeit 10 Sekunden wiesen nur geringe Abweichungen auf und bestätigten weitestgehend die Angaben im Regelwerk. Die Untersuchung der regionalen Unterschiede ergab höhere Spitzendurchflusswerte in den neuen Bundesländern bei vergleichbarer Größe des Wohnhauses. Eine mögliche Ursache ist die höhere Belegungszahl der gemessenen Wohnhäuser (Einwohner je Nutzungseinheit) in den neuen Bundesländern. Der Wandel der Haushaltsstruktur (Zunahme der Anzahl an Singlehaushalten) in Großstädten spielt hier eine wesentliche Rolle. Es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Gebäuden mit und ohne Kleingewerbe festgestellt.

Die Aufnahme von Profilen wasserverbrauchender Tätigkeiten wie Toilettenspülung, Geschirrspülmaschinen, Waschmaschinen und Duschen gab Aufschluss über die Zusammensetzung der täglichen, personenbezogenen Wassernutzung. Der Verbrauch je Nutzung pro Einwohner und Tag weicht geringfügig gegenüber den Angaben in der BDEW-Wasserstatistik ab.

Auf Grundlage der identifizierten Einzelprofile und der hochaufgelösten Verbrauchsmessungen auf Gebäudeebene wurde ein stochastisches Prozessmodell zur Simulation von Wasserverbrauchsganglinien sowie zur Abbildung zukünftiger Verbrauchsänderungen durch die TU Dresden entwickelt.

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Andreas Korth
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-54
Fax: +49(0)351/85211-10
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Dipl.-Ing. Tobias Martin
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01326 Dresden
Deutschland

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Laufzeit

01.05.2012 - 31.10.2016

Förderung

DVGW-Vorhaben W 10/01/11