Enterokokkenbelastungen im Trinkwasser – Ursachenanalyse< zurück

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Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2011 traten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg großflächige Belastungen des Trinkwassers mit Enterokokken auf. Die von den Versorgungsunternehmen durchgeführten üblichen Maßnahmen führten häufig zu keiner Beseitigung der Belastung. Zur Klärung der Ursachen wurde im Zeitraum 12/2012 bis 03/2012 durch das TZW ein DVGW-Forschungsprojekt bearbeitet. Hauptziele waren die Ursachenanalyse des großflächigen Auftretens der Belastung, die Erarbeitung von Informationen zur Verbesserung der Bewertung des mikrobiologischen Parameters Enterokokken und die Ableitung von Maßnahmen zur Vermeidung einer Trinkwasserbelastung. Die Ergebnisse des Projektes sind von erheblicher praktischer Relevanz, da seitens der Wasserversorgungsunternehmen und Gesundheitsbehörden Unsicherheiten im Umgang mit den Befunden, zu effizienten technischen Maßnahmen sowie der Kommunikation mit der Öffentlichkeit vorlagen.

Im Ergebnis des Forschungsprojektes zeigte sich, dass Mücken für die großflächige Belastung des Trinkwassers mit Enterokokken verantwortlich waren. Ursache war das Eindringen der Insekten in wasserwirtschaftliche Anlagen und hierbei insbesondere in die Behälter. Die umfangreiche Untersuchung von Mücken aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands zeigte bei etwa 50 % eine mittlere Belastung mit ca. 100.000 Enterokokken/Individuum. Die Identifizierung der Enterokokken aus Mücken sowie Isolaten von Wasserproben aus betroffenen Bereichen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mittels PCR, führte in allen Fällen zu nur einer einzigen Spezies aus der E. faecalis-Gruppe. Neben den Enterokokken wurden in den Mücken auch coliforme Bakterien detektiert, wobei die Belastungen geringer waren und unterschiedliche Spezies vorlagen. Weitere hygienisch relevante Bakterien, wie Salmonellen oder Campylobacter, wurden in den Mücken nicht gefunden

Wesentliche Schlussfolgerungen des Projektes sind:

  • Die Hinweise des DVGW-Regelwerkes, insbesondere für den Bau, den Betrieb und die Instandhaltung von Wasserbehältern sind umzusetzen.
  • Moderne mikrobiologische Untersuchungsmethoden, wie die PCR, sind wichtige Werkzeuge zur Prozessaufklärung.
  • In den entsprechenden Fachgremien ist die Bewertung des Parameters Enterokokken zu diskutieren.

Veröffentlichung

Korth, A.; Petzoldt, H.; Nitsche, R.; Hambsch, B.; Hügler, M.: Enterokokkenbelastungen im Trinkwasser - Ursachenanalyse.

ewp 09/2013, S. 54 - 60

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Andreas Korth
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-54
Fax: +49(0)351/85211-10
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Dr. rer. nat. Heike Petzoldt
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-33
Fax: +49(0)351/85211-10
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Laufzeit

01.12.2011 – 30.03.2012

Förderung

DVGW

Forschungsvorhaben W 3/01/11