Schutz der Trinkwasserversorgung im Hinblick auf CBRN-Bedrohungsszenarien (STATuS)< zurück

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Eine funktionierende Trinkwasserversorgung stellt einen essentiellen Bestandteil einer hochentwickelten Gesellschaft dar, deren Schädigung enorme wirtschaftliche und hygienisch-gesundheitliche Folgen hätte. Durch Naturkatastrophen oder Unfälle bzw. durch Anschläge aus dem Umfeld von Terrororganisationen oder politischen Extremisten, kann eine Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung nicht ausgeschlossen werden.

Aus diesem Grund wird im Rahmen des BMBF-Forschungsprogrammes „Schutz der Trinkwasserversorgung in Hinblick auf CBRN- Bedrohungsszenarien (STATuS)“ eine umfassende Bedrohungs- und Risikoanalyse im Bezug auf Verunreinigungen des Trinkwasser mit biologischen, chemischen oder radioaktiven Stoffen durchgeführt. Hierfür wurden zunächst eine Datenbasis für anschlagsrelevante Stoffe angelegt und Prioritärsubstanzen ausgewählt. Zur frühzeitigen Aufdeckung einer Verunreinigung der Trinkwasserversorgung wird in Kooperation mit der Firma bbe moldaenke ein Biomonitor zum flexiblen Einsatz im Verteilungsnetz entwickelt und optimiert.

Mit dem Flohkrebs Daphnia magna wird in statischen Tests nach DIN 38412-11 die Toxizität der ausgewählten Prioritärsubstanzen ermittelt. Diese Informationen fließen in dynamische Toxizitätstests mit dem Daphnientoximeter als Biomonitor ein. Unter dem Einfluss von toxischen Stoffen im Wasser zeigen Daphnien ein verändertes Schwimmverhalten. Mit dem Daphnientoximeter werden verschiedene Parameter wie z.B. mittlere Geschwindigkeit und Schwimmhöhe erfasst, statistisch ausgewertet und durch die Angabe eines Tox-Indexes bewertet. Im Verlauf des Projektes wird die Empfindlichkeit des Biomonitors auf ausgewählte toxische Substanzen überprüft.

Sollte nach einem Anschlag kontaminiertes Trinkwasser abgeleitet werden müssen, gelangt es in der Regel in die Kläranlage bzw. in die Vorflut. Um einen Kaskadeneffekt der toxischen Komponenten auf die biologische Reinigungsleistung von Kläranlagen zu beurteilen, werden daher Abbauversuche mit Belebtschlamm durchgeführt. Hierbei wird geprüft, ob die Testsubstanzen biologisch abgebaut werden können oder ob es durch toxische Effekte zum Ausfall der biologischen Reinigungsstufe in Kläranlagen kommen könnte.

Dieses Projekt soll einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit der Bevölkerung bei möglicherweise zu erwartenden Beeinträchtigungen des Trinkwassers mit toxischen Substanzen liefern.

AnsprechpartnerIn

Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Rahmen der Forschung für die zivile Sicherheit

Projektdauer

2010 - 2013