Yeast-Estrogen-Screen (YES)-Assay zum summarischen Nachweis von endokrinen Substanzen< zurück

yeast-estrogen-screen-assay.jpg

Große Mengen anthropogener Substanzen gelangen über Abläufe von Kläranlagen und Industriebetrieben, aber auch infolge von Auswaschung über den Niederschlag in die aquatische Umwelt. Abseits der „klassischen“ toxischen Effekte, die umweltrelevante Verbindungen auf Organismen haben können, rückten in jüngerer Vergangenheit Substanzwirkungen in den Vordergrund, die das Hormonsystem von Mensch und Tier beeinflussen. Diese endokrin aktiven Substanzen stehen im Verdacht bei Tieren für Entwicklungsstörungen, Geschlechterverschiebungen und Reproduktionsstörungen verantwortlich zu sein. Der derzeitige Kenntnisstand über das Vorkommen, die Persistenz und den Verbleib endokrin wirksamer Verbindungen in der Umwelt ist lückenhaft.

Bisher werden hauptsächlich chemische Analysen durchgeführt, um die Belastung der aquatischen Umwelt mit anthropogenen Substanzen und Substanzgemischen zu bestimmen. Diese chemisch-analytischen Verfahren können jedoch eine eventuelle toxische oder endokrine Wirkung der nachgewiesenen Stoffe und Stoffgemische auf Organismen nicht erfassen. Daher besteht ein Bedarf an biologischen Testsystemen, die zuverlässige Aussagen über das endokrine Potenzial von Substanzen in wässrigen Matrices liefern.

Vor diesem Hintergrund wird ein biologisches Verfahren (Yeast-Estrogen-Assay; YES-Test) zum Nachweis endokriner Substanzen etabliert, evaluiert und dann zur Untersuchung des Abbauverhaltens endokriner Substanzen eingesetzt. Neben einem Monitoring von Oberflächenwasser und Uferfiltrat mit unterschiedlicher Belastung durch Abwassereinleitung wird die Eintrags-/ Austrags-Bilanz der toxischen und estrogen wirksamen Substanzen einer Kläranlage erstellt. Dabei wird die Abbaueffizienz unter aeroben und denitrifizierenden (Belüftungs- und Denitrifikationszone) sowie methanogenen (Faulbehälter) Bedingungen beurteilt. Hierzu werden Abbauversuche im Labor durchgeführt. Die Ergebnisse des endokrinen Wirktests werden mit der chemischen Analytik von Substanzen mit bekannter estrogener Wirkung abgeglichen. Vergleichend erfolgt die Bestimmung der Toxizität im Leuchtbakterienhemmtest. Verfahren zur Aufkonzentrierung werden eingesetzt, um die Nachweisgrenze zu erniedrigen.

Die Ergebnisse dieser systematischen Untersuchungen sollen Aufschluss über das toxische und endokrine Gefährdungspotenzial von anthropogenen Spurenstoffen in der aquatischen Umwelt geben.

AnsprechpartnerIn

Dipl.-Ing. (FH) Claudia Stange

Tel.: +49(0)721/9678-134
E-MailVisitenkarte downloaden

Förderung

DVGW - Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e.V.
Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der badenova AG & Co. KG

Projektdauer

2010 - 2013