Anforderungen an den bestimmungsgemäßen Betrieb kaltgehender Trinkwasser-Installationen unter dem Gesichtspunkt der Vermehrung von Legionellen< zurück

In der gesamten Verteilungskette des Trinkwassers liegen für die Trinkwasser-Installation die ungünstigsten Betriebsbedingungen vor. Während in den einschlägigen Regelwerken für das Wasserversorgungsnetz darauf hingewiesen wird, dass Stagnation zu minimieren ist, zeichnet sich gerade der Betrieb einer Trinkwasser-Installation überwiegend durch Stagnation und sowohl kurzfristigen als langfristigen deutlichen Temperaturschwankungen aus. Für den Betrieb von Trinkwasser-Installationen findet sich jedoch in den relevanten Regelwerken der Hinweis, dass diese bestimmungsgemäß zu betreiben sind. Die Definition ist z. T. jedoch deutlich unterschiedlich, wie z. B. Durchströmung (d.h. Nutzung) aller Installationsbereiche oder regelmäßige Kontrolle auf Funktion sowie Durchführung erforderlicher Instandhaltungsmaßnahmen.

Eine Konkretisierung des bestimmungsgemäßen Betriebs einer Trinkwasser-Installation hinsichtlich des Abnahmeverhaltens mit Entnahme- und Stagnationszyklen wird in den Regelwerken nicht vorgenommen. Vielmehr beschränken sich die Regelwerke darauf, auf die Grenzen des bestimmungsgemäßen Betriebs hinzuweisen, wobei die Angaben zu den Stagnationszeiten z.T. erheblich differieren. Bei längeren Betriebsunterbrechungen sollen mikrobiologische Kontrolluntersuchungen bei der Wiederinbetriebnahme durchgeführt werden. Diese Empfehlungen in den Regelwerken basieren unter anderem auf der Annahme, dass Stagnation negative Auswirkungen auf die hygienisch-mikrobiologische Beschaffenheit des Trinkwassers nach sich ziehen kann. Ein quantitativer Nachweis ist jedoch noch ausstehend.

Im Rahmen des Projektes sollen die Auswirkungen und Grenzen des bestimmungsgemäßen Betriebes von kaltgehenden Trinkwasser-Installationen hinsichtlich der Vermehrung von Legionellen definiert werden. Im Vergleich zu anderen Bakterien wie z.B. Koloniezahlbildnern, Pseudomonas aeruginosa oder coliformen Bakterien ist der Vermehrungsprozess von Legionellen deutlich komplexer, da das Wachstum nicht nur durch die üblichen Parameter, sondern auch durch Amöben beeinflusst wird.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Prozessmodells zur Beschreibung der Wachstumsvorgänge von Legionellen in kaltgehenden Trinkwasserinstallationen und hierüber die Definition der Anforderungen an einen bestimmungsgemäßen Betrieb.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Robertino Turković

Tel.: +49 721/93163-13
Fax: +49 721/93163-99
E-MailVisitenkarte downloaden
Wasserwerk Durlacher Wald
Wasserwerkstr. 4
76137 Karlsruhe
Deutschland
in Karte anzeigen

Teilprojekt Legionellen:

Dr. rer. nat. Andreas Korth
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-54
Fax: +49(0)351/85211-10
E-MailVisitenkarte downloaden
Dr. rer. nat. Heike Petzoldt
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-33
Fax: +49(0)351/85211-10
E-MailVisitenkarte downloaden

Laufzeit

01.03.2016 - 28.02.2019

Förderung

DVGW-Vorhaben W 10-02-14

Projektbegleitung

TU Dresden - Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

NLGA Niedersachsen

Schell GmbH