Kombinierte Abwasseraufbereitung durch Membranbioreaktoren und Bodenpassage zur Grundwasseranreicherung im Jordantal< zurück

Grundwasser bildet die wichtigste Grundlage der Wasserversorgung in den meisten semi-ariden Gebieten des Mittelmeerraumes und der arabischen Halbinsel. Als Folge der Übernutzung der Grundwasserressourcen sind in diesen Gebieten eine Absenkung des Grundwasserspiegels und eine Beeinträchtigung der Grundwasserqualität zu beobachten. Ein Bereich mit dringendem Handlungsbedarf ist das Gebiet des Unteren Jordantals, das Grenzgebiet zwischen Israel, Westbank und Jordanien. Die dortige Überbeanspruchung der Wasserressourcen führt zunehmend zur Qualitätsverschlechterung durch Versalzung und Kontamination mit kommunalem Abwasser.

Im Rahmen des BMBF-Forschungsprogrammes „Integrated Water Resources Management (IWRM)“ wurde das Verbundforschungsvorhaben SMART (Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies) aufgelegt, das für das Einzugsgebiet des unteren Jordantals, als Modellregion für aride bis semiaride Gebiete, ein länderübergreifendes integriertes Wasserressourcen Management Programm entwickeln und dieses für die Bewältigung der Probleme arider Wassermangelgebiete heranziehen soll.

Innerhalb eines BMBF-Forschungsvorhabens, dass in enger Abstimmung mit SMART (www.iwrm-smart.org) agiert, werden am TZW (Abteilungen Umweltbiotechnologie & Altlasten, Technologie und Analytik) die Möglichkeiten der Anreicherung des Grundwassers durch die Wiederverwendung kommunalen Abwassers untersucht. Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der optimalen Abstimmung der vorgeschalteten Abwasserreinigung mit den Reinigungsprozessen während der Bodenpassage zur Grundwasseranreicherung. Insbesondere durch den gezielten Einsatz von Membranbioreaktoren (MBR) des Projektpartners Hans Huber AG soll eine angepasste Aufbereitung vorgenommen werden, die es erlaubt, das gereinigte Abwasser im Aquifer zu speichern, ohne die Qualität des natürlichen Grundwassers zu beeinträchtigen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines angepassten Aufbereitungsverfahrens zur Grundwasseranreicherung bildet die Identifikation potentiell problematischer Abwasserinhaltsstoffe. Persistente organische Spurenstoffe wie Pflanzenschutzmittel, Arzneimittelwirkstoffe, endokrine Wirkstoffe oder organische Phosphorverbindungen, deren weltweite Verbreitung in vielen Untersuchungen dokumentiert ist, werden durch konventionelle Abwasseraufbereitung meist nur ungenügend zurückgehalten und können bis in das Grundwasser vordringen. Auch hygienisch relevante Parameter sollen bei der Abwasseraufbereitung und Grundwasseranreicherung berücksichtigt werden.

In aeroben und anaeroben Abbauversuchen sowie in ungesättigten Bodensäulen sollen insbesondere die mikrobiologischen Abbauprozesse aufeinander abgestimmt werden. Insgesamt soll das Kombinationsverfahren sowohl die Elimination relevanter Xenobiotika als auch hygienisch relevanter Mikroorganismen gewährleisten, um nach der Speicherung gereinigten Abwassers im Aquifer die Wiederverwendung des Wassers zu ermöglichen. In Abstimmung mit den Partnern im Jordantal (Jordan’s Ministry of Water and Irrigation, Palestinian Hydrology Group) werden Pilotversuche in Jordanien und Palästina durchgeführt.

Ansprechpartner

Heico Schell

Tel.: +49(0)721/9678-283
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Projektpartner

Hans Huber AG

Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Rahmen des IWRM - Integrated Water Resources Management

Projektdauer

1. Projektphase:

2007 - 2009

2. Projektphase:

2010 - 2014

Weitere Informationen

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