Schwarze Biofilme an Trinkwasserzapfstellen – Vorkommen, Relevanz und Forschungsbedarf< zurück

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Duschkopf mit schwarzen Belägen

Seit einigen Jahren wird über das vereinzelte Auftreten schwarzer Biofilme an Zapfstellen in Trinkwasser-Installationen berichtet. Die schwarzen Biofilme werden insbesondere an Strahlreglern und an Duschköpfen sowie in Toilettenbecken und Toilettenspülkästen festgestellt. Nach einer Entfernung bilden sich die Biofilme häufig innerhalb weniger Wochen wieder aus. Ziel der vom DVGW geförderten Studie war es, auf Grundlage einer Literaturrecherche und einer Auswertung vorliegender Fälle das Vorkommen und die Relevanz schwarzer Biofilme an Trinkwasserzapfstellen zu bewerten und sofern erforderlich, den Forschungsbedarf auszuweisen. Für die Auswertung wurden 88 Fälle aus 29 Versorgungsgebieten herangezogen.

Die Ergebnisse der Recherchen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bei den an Zapfstellen in Trinkwasser-Installationen auftretenden schwarzen Biofilmen handelt es sich um Ansiedlungen von Bakterien und Pilzen, wobei schwarze Hefen dominieren.
  • Eine gesundheitliche Relevanz der schwarzen Hefen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht gegeben.
  • Schwarze Hefen sind in der Umwelt weit verbreitet. Sie kommen sowohl im Grundwasser als auch im Oberflächenwasser vor, wobei im Oberflächenwasser mit höheren Belastungen zu rechnen ist.
  • In der Trinkwasseraufbereitung ist sowohl eine Verringerung als auch eine Erhöhung der Konzentration möglich. Im Trinkwasser sind unabhängig von der Rohwassergrundlage und der Art der Aufbereitung generell Pilze bzw. Pilzsporen in unterschiedlicher, jedoch im Vergleich zur Bakterienzahl geringer Konzentration, vorhanden. Eine Vermehrung im Verteilungssystem und in der Trinkwasser-Installation ist aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes nicht zu vermuten und bisher auch nicht nachgewiesen.
  • In schwarzen Biofilmen an Zapfstellen festgestellte schwarze Hefen können danach durchaus aus dem Trinkwasser stammen, wahrscheinlicher ist jedoch eine Beimpfung der befallenen Stellen mit Pilzsporen aus der Umgebungsluft.
  • Die Auswertung der vorliegenden Fälle zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Dosierung von phosphathaltigen Inhibitoren und dem Auftreten der schwarzen Biofilme. Hieraus ist abzuleiten, dass das Pilzwachstum im Trinkwasser einer anorganischen Limitierung durch Phosphor unterliegt, die durch die Inhibitordosierung aufgehoben wird. Darüber hinaus erfordert das Wachstum organische Nährstoffe. Als mögliche Quellen sind die Abgaben organischer Stoffe aus ungeeigneten Materialien sowie organische Stoffe in der Raumluft, z.B. durch die Nutzung von Kosmetika, anzusehen.

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Andreas Korth
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-54
Fax: +49(0)351/85211-10
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Dr. rer. nat. Heike Petzoldt
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-33
Fax: +49(0)351/85211-10
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Laufzeit

01.08.2009 - 15.06.2011

Förderung

DVGW

Forschungsvorhaben W 10/01/09