Stimulierung des biologischen Abbaus komplexer halogenorganischer Schadstoffe in industriellem Abwasser< zurück

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Aufgrund ihrer häufigen Verwendung als z.B. Brandschutzmittel, Insektizide oder Lösungsmittel sind halogenierte Kohlenwasserstoffe weit verbreitete Umweltschadstoffe. Viele dieser Substanzen sind toxisch und schlecht biologisch abbaubar, so dass häufig eine Anreicherung dieser Substanzen in der Umwelt beobachtet wird.

Am israelischen Beispielstandort Ramat Hovav fallen mit einer Vielzahl von halogenierten Chemikalien belastete Abwässer an, die unvollständig aufgereinigt in Verdunstungs­becken gesammelt werden und für die derzeit keine effiziente Sanierungs­technologie zur Verfügung steht.

Mit Hilfe von kleinskaligen Batchversuchen werden die biologischen Abbauprozesse von halogenierten Kohlenwasserstoffen und deren Stimulierungs­möglichkeiten unter variierenden Versuchs­bedingungen (anaerob – aerob, Einzelsubstanzen – komplexe Substanzgemische, Stimulierung mit organischen Auxiliarsubstraten und anorganischen Nährstoffen) erforscht. Darauf aufbauend wird der Abbau in Festbettreaktoren unter umweltrelevanten Bedingungen untersucht. Darüber hinaus werden innovative molekularbiologische Techniken entwickelt, die vertiefte Erkenntnisse über die beteiligten Organismen sowie die Entwicklung von schnellen und präzisen Nachweismethoden dieser Abbauprozesse ermöglichen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist ein verbessertes Prozessverständnis zu anaeroben und aeroben biologischen Abbauprozessen der komplexen halogenorganischen Substanzgemische. Die erzielten Ergebnisse sollen in enger Abstimmung mit dem israelischen Kooperationspartner zu Konzepten für die Abreinigung der Schadstoffe am Standort Ramat Hovav führen. Darüber hinaus werden grundlegende Erkenntnisse zu mikrobiellen Abbaumechanismen halogenierter Schadstoffe gewonnen, die sowohl in der Abwasserreinigung als auch in der Altlastensanierung umgesetzt werden können. Damit werden die derzeit zur Verfügung stehenden Methoden erweitert und verbessert, was zu ökologisch und ökonomisch optimierten Verfahren führt.

AnsprechpartnerIn

Prof. Dr. Andreas Tiehm

Tel.: +49(0)721/9678-137
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Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Rahmen der deutsch-israelischen Kooperation

Projektdauer

2009 - 2012