TZW-Kolloquium bot Überblick über aktuelle Wasserthemen

Jedes Jahr im Dezember kann das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe rund 150 Gäste aus Wasserversorgung, Unternehmen, Kommunen und von Fachbehörden zum TZW-Kolloquium begrüßen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bietet die beliebte Veranstaltung eine Übersicht zu Themen der Wasserforschung, die das TZW aktuell untersucht oder zu Forschungsprojekten, die kürzlich abgeschlossen wurden. „Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Zukunftsthemen der Wasserversorgung zu identifizieren, Konzepte und Lösungsansätze aufzuzeigen und diese für unsere Kunden aufzubereiten“, so brachte es Dr. Josef Klinger, Geschäftsführer des TZW, in seiner Begrüßung auf den Punkt.

Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Optimierung – diese Schlagworte sind zwar tagtäglich präsent, doch was bedeuten diese Themen konkret für die Wasserversorgung? Dazu boten die Referate beim TZW-Kolloquium einige Anwendungsbeispiele.

Digitalisierung: Vorgestellt wurde ein servergestütztes Anwendungsmodul, mit dessen Hilfe das Risikomanagement in der Wasserversorgung mit seinen wesentlichen Schritten Systembeschreibung, Gefährdungsanalyse und Risikoabschätzung deutlich besser systematisiert und visualisiert werden kann.

Nachhaltigkeit: Ein Projekt mit den Industriellen Werken Basel (IWB) zeigte auf, welche Nutzungskonflikte zwischen Naturschutz und Wasserversorgung entstehen können. In dem vorgestellten Fall sollen aus Gründen der ökologischen Nachhaltigkeit Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung umgesetzt werden. Der naturnahe Umbau des Gewässers beeinflusst allerdings das Grundwasser, das vor Ort für die Trinkwasserversorgung genutzt wird. Wenn persistente und mobile Spurenstoffe in den Ressourcen zur Trinkwassergewinnung auftreten, stellt dies eine große Herausforderung für den Wasserversorger dar. Dazu bot das TZW-Kolloquium einen Vortrag zu den relevantesten Substanzen, die als Industriechemikalien in einer Vielzahl von Produkten vorkommen. Ein weiteres Referat erläuterte am Beispiel der Stadt Heidelberg, wie das TZW Strukturkonzepte für die zukünftige Gestaltung der örtlichen Wasserversorgung erarbeitet. Dabei wurden unterschiedliche Varianten für die zukünftige Versorgungsstruktur aufgezeigt, technisch und betriebswirtschaftlich tragfähige Konzepte erstellt und bewertet.

Optimierung: Die TZW-Experten berichteten zu einer neuartigen Kritikalitätsanalyse von Objekten der Trinkwasserversorgung sowie zur systematischen Auswertung von Verbrauchsganglinien. Zum Thema Wasserwiederverwendung liegen aus einigen wasserarmen Regionen bereits umfangreiche Erfahrungen vor. Es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen, um bei Bedarf eine Übertragbarkeit abschätzen zu können.

Die Vorträge des diesjährigen TZW-Kolloquiums sind als Band 90 der Schriftenreihe erschienen. Der Band bietet gut lesbare, kompakte Zusammenfassungen der Vorträge und kann zum Preis von 25,00 Euro hier bestellt werden.

Presseinformation (pdf-Datei)

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