Antibiotikaresistenzen im Wasserkreislauf

Ergebnisse aus Forschungsprojekt HyReKA vorgestellt

Am 3. und 4. April 2019 fand in Berlin die Abschlussveranstaltung zum Verbundvorhaben HyReKA unter Beteiligung des TZW statt. Die hohe Teilnehmerzahl zeigte das überaus große Interesse am Thema. Durch die Untersuchungen konnten die beteiligten Projektpartner Gefahrenstellen an Kläranlagen, Tiermast- und Schlachtbetrieben sowie Krankenhäusern identifizieren und bewerten. Die Ergebnisse ermöglichen es, Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze für die Politik, die Siedlungswasserwirtschaft, das Hygiene- und Umweltmanagement und die Landwirtschaft abzuleiten.

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Exner, Projektleiter des Forschungsverbundes, stellte fest: „Bestimmte Klinikabwässer sind aufgrund der nachgewiesenen Erregerkonzentrationen als hoch infektiös einzustufen. Das Abwassersystem beginnt aber bereits mit den Toiletten und Siphons im Patientenzimmer, eine Rückkopplung zum Menschen ist hierüber nicht ausgeschlossen. Neue Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Patienten, Personal und Besuchern sind zu ergreifen, um dieses Risiko zu minimieren“.

Das TZW legte im Rahmen von HyReKA den Fokus auf Wässer, die für die Trinkwasser­versorgung genutzt werden. „Eine Gefährdung des Trinkwassers ist derzeit nicht zu erwarten, wenn die anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden und das Trinkwasser den gesetzlichen hygienisch-mikrobiologischen Anforderungen entspricht“ folgerte Prof. Dr. Andreas Tiehm, Abteilungsleiter Mikro- und Molekularbiologie beim TZW. Trotzdem zeigen die Ergebnisse, dass die Umwelt eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Antibiotikaresistenzen spielt. Zur Erfassung des aktuellen Ist-Zustandes und der mittel- bis langfristigen Entwicklungen sowie für eine abgesicherte Bewertung der Situation wird allerdings eine bessere Datenbasis benötigt.

Der verstärkte Austausch zwischen der Wissenschaft, den Nutzern der Forschungsergebnisse aus Bund und Ländern sowie den Akteuren der Gewässerbewirtschaftung waren ein wichtiger Aspekt der Abschlusskonferenz. Daher wurden die vorgestellten Ergebnisse mit den anwesenden Expert/inn/en, Landesvertretungen und der interessierten Öffentlichkeit diskutiert. Die Ergebnisse von HyReKA fließen in neue Empfehlungen und Richtlinien ein, um die weitere Belastung durch Antibiotikaresistenzen zu senken.

Das TZW wird sich auch weiterhin mit dem Thema Antibiotikaresistenzen im Wasserkreislauf auseinandersetzen. Aktuell startete im Februar ein DVGW-gefördertes Projekt zur Entwicklung von validen Verfahren zum Nachweis von Resistenzen (EVA, W201830).

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Tiehm, Tel.: +49 721 9678-137, E-Mail senden
Dipl.-Ing. (FH) Claudia Stange, Tel.: +49 721 9678-134, E-Mail senden               

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