TZW investiert in innovativen LED-Prüfstand

Vermessung von LED-Reaktorkomponenten

Um die Nachhaltigkeit des Konsortiums „Advanced UV for Life“ zu stärken, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang des Jahres 2019 im Anschluss an eine Bedarfsanalyse zusätzliche Investitionsmittel bereitgestellt. Dabei erhielt das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser den Zuschlag, einen speziell für LED-Desinfektionssysteme ausgelegten hydraulischen Teststand sowie ein optisches Labor aufzubauen. Diese Investitionen ermöglichen es dem TZW, seinen Ausrüstungs- und Wissensvorsprung auf dem Gebiet der Charakterisierung und Prüfung von LED-Desinfektionsgeräten weiter auszubauen.

Durch den rasanten technischen Fortschritt bei von Licht emittierenden Dioden (LEDs) im UVC-Bereich zwischen 240 und 280 nm steigt in den letzten Jahren vermehrt das Interesse an UV-LEDs als Alternative zu den konventionellen, quecksilberhaltigen Systemen für die Wasserbehandlung.

Das TZW hat in den letzten sechs Jahren an mehreren von den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) und für Wirtschaft (BMWI) geförderten Forschungsprojekten im Bereich einer UVC-LED basierten Wasserbehandlung mitgewirkt. Hierbei hat es sich als wichtiger Partner im Konsortium „Advanced UV for Life“ positioniert. Das Konsortium bündelt die Exper­tise von rund 50 Forschungs­einrichtungen und Unternehmenspartnern aus ganz Deutschland für die Entwicklung und Anwendung von UV-LEDs. Die beteiligten Forschungs­ein­rich­tun­gen vereinen weltweit angesehenes Know-how im Bereich der Schlüsseltechnologien Photonik, Medizin, Produktions- und Werkstofftechnik sowie Pflanzenforschung.

Als akkreditierte Prüfstelle für UV-Desinfektionsgeräte kann das TZW bereits jetzt groß­technische UV-Systeme an Standorten in Deutschland und den USA mit Durchflüssen bis zu maximal 7000 m³/h validieren. Das TZW bietet dabei Validierungen gemäß den international anerkannten Regelwerken an.

„Bei unserem geplanten neuen hydraulischen Teststand liegt der Fokus auf Kleinanlagen mit Durchflüssen bis maximal fünf Kubikmeter pro Stunde, also etwa 80 Liter pro Minute. Zusätzlich bietet er die Möglichkeit, LED-Systeme flexibel zu installieren und unterschiedliche Wasserbeschaffenheiten und Wassertemperaturen zu realisieren.“ erläutert Dr. Jutta Eggers, Leiterin des Bereichs „UV-Technologie“ am TZW. Auch Langzeitversuche, z. B. zur Alterung von LED-Systemen, können mit dem Versuchsstand ausgeführt werden.

Die Investitionen für das optische Labor beinhalten hochpräzise Messgeräte zur elektro­optischen Charakterisierung von LED-Platinen oder Einzelchips. Durch diese Kombination können LED-Geräte entsprechend dem derzeitigem Stand der Technik vollständig, d. h. sowohl auf Desinfektionswirksamkeit als auch komponentenbasiert elektrooptisch charakterisiert und geprüft werden. Dies bietet dem TZW die Möglichkeit, zusätzliche LED-spezifische Messungen durchzuführen, die für die unabhängige Validierung von UV-LED-Desinfektionssystemen zwingend erforderlich sind.

Neben der wissenschaftlich-technischen Begleitung von Entwicklungsarbeiten und der Durchführung von LED-Geräteprüfungen werden durch die Investitionen spezifische Messmöglichkeiten geschaffen, die für die geplante Erarbeitung einer Prüfnorm für UV-LED-basierte Desinfektionsgeräte erforderlich sind. Der vollständig aufgebaute und validierte Prüfstand soll im Herbst 2019 fertig gestellt sein.

Kontakt: Dr. Jutta Eggers, Tel. +49 721 9678-130, E-mail senden

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