Wasserwerksrückstände: entsorgen oder verwerten?

Wasserwerksrückstände fallen bei der Trinkwasseraufbereitung insbesondere bei der Flockung und der Filtration an. Zu den Rückständen gehören dabei sowohl die anfallenden Schlämme als auch die Filtermaterialien. Aufgrund sich ändernder Anforderungen und gesetzlicher Vorgaben (z. B. Kreislaufwirtschaftsgesetz, Bodenschutzgesetz, Düngeverordnung, Düngegesetz) müssen immer mehr Wasserversorgungsunternehmen dazu übergehen, Verwertungswege für ihre Wasserwerksrückstände zu suchen, da die bisher praktizierte Weise der Entsorgung nicht mehr möglich ist. Deponien nehmen nicht mehr jeden Rückstand an und die Entsorgungsunternehmen verlangen Prüfberichte mit Angaben zu den Konzentrationen der Inhaltsstoffe und können die Entsorgung ablehnen. In manchen Fällen kann es zielführend sein, die in den verschiedenen Aufbereitungsstufen anfallenden Rückstände sortenrein zu sammeln, um deren Verwertung zu erleichtern. Dies ist zwar meist kurzfristig mit Investitionen verbunden, kann sich jedoch mittel- oder langfristig wirtschaftlich auszahlen. Sortenrein gesammelte kalkhaltige Rückstände können beispielsweise zur pH-Wert-Anhebung oder zur Kalkdüngung eingesetzt werden, während sie in Mischung mit Flockungsschlämmen in der Regel nicht verwertet werden können.

In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Verbundvorhaben, das von der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH geleitet wird, beschäftigt sich das TZW mit den Einsatzmöglichkeiten von Filtersanden aus der Enteisenung für die Schwefelwasserstoffbindung bei der Gasreinigung. Die Filtersande können als Ausgangsstoff für eisenbasierte Gasreinigungsmaterialien gesehen werden, was insbesondere für Betreiber von Biogasanlagen von großem Interesse ist. Erste Messungen der DBI haben ergeben, dass gebrauchte Filtersande, die von den Wasserversorgungsunternehmen aufgrund von Sanierungsmaßnahmen abgegeben werden, vergleichbare bzw. zum Teil sogar bessere Schwefelwasserstoffentfernungsraten liefern als die marktverfügbaren Adsorbentien. Es eröffnet sich somit für Filtersande aus der Enteisenung ein neuer Verwertungsweg. Da die in den einzelnen Wasserversorgungsunternehmen vorherrschenden Randbedingungen sehr unterschiedlich sind, gibt es keine allgemein anwendbaren Lösungen. Vielmehr ist eine Einzelfallbetrachtung erforderlich. Als innovatives Unternehmen berät das TZW Wasserversorgungsunternehmen zu dieser Thematik und erarbeitet angepasste Lösungsmöglichkeiten. Hierbei kommen die Erkenntnisse aus zahlreichen F&E-Vorhaben und Projekten mit mehreren Wasserversorgungsunternehmen zur Anwendung.

Kontakt und weitere Informationen:

Dr. Pia Lipp, Tel.: +49 721 9678-127, E-Mail: pia.lipp@tzw.de

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