Chloratkonzentration in Trinkwässern in Deutschland

Beispiel Dosierstation für Natriumhypochloritlösung

Chlorat wird bei der Dosierung von Natriumhypochlorit und Chlordioxid in das Trinkwasser eingetragen. Ziel des Vorhabens war er es, einen Überblick über die Chloratkonzentration in Trinkwässern in Deutschland zu erhalten.

Mit der 19. Änderung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der TrinkwV wurden für die Anwendung von Natrium- und Calciumhypochlorit sowie von Chlordioxid für die Desinfektion Höchstwerte für Chlorat im Trinkwasser festgelegt.

Im Rahmen des Vorhabens wurden bei 10 Wasserversorgungsunternehmen an 51 Standorten die Chloratkonzentration im Trinkwasser sowie die Chloratkonzentration in der Desinfektionsmitteldosierlösung bestimmt.

Bei der Auswertung des Messprogramms wurde festgestellt, dass bei den in Deutschland üblicherweise eingesetzten Desinfektionsmittelzugabemengen im desinfizierten Trinkwasser die zulässige Chloratkonzentration von 70 µg/L nicht überschritten wird, sofern die im technischen Regelwerk gegebenen Hinweise zu den Lagerbedingungen für Natriumhypochlorit beachtet werden.

Die Dosierung der maximal zulässigen Zugabemenge von Chlor bzw. von Chlordioxid hätte jedoch aufgrund des Chloratgehaltes in der Dosierlösung im Trinkwasser zu Überschreitungen des zulässigen Chlorathöchstwertes geführt.

Im Ergebnis des Vorhabens wurde eine Überarbeitung der DIN EN 901 (Natriumhypochlorit) hinsichtlich des maximal zulässigen Chloratgehaltes beantragt. Begleitend werden in einem Forschungsvorhaben weitergehende Untersuchungen mit dem Ziel der Begrenzung des Chloratgehaltes in Natriumhypochloritlösungen durchgeführt.

 

Veröffentlichungen:

Wricke, B.; Bornmann, K.; Schmidt, W.; Nüske, G.: Chloratkonzentration in Trinkwässern in Deutschland. DVGW energie|wasser-praxis 03/2018, 42-47 (2018)

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