Mikrobiologischen Anforderungen an Schmierstoffe im Kontakt mit Trinkwasser

Untersuchungsaufbau für die Pseudomonas aeruginosa-Vermehrung

Mikrobiologische Probleme in Wasserversorgungssystemen konnten z. T. auf die verbauten Armaturen und dabei auf die darin enthaltenen Schmierstoffe zurückgeführt werden. Deshalb sollte in diesem Projekt eine praxisrelevante Prüfvorschrift für solche Schmierstoffe entwickelt werden.

Es war bereits mehrfach festgestellt worden, dass zum Teil mikrobiologische Probleme, insbesondere der Nachweis von coliformen Bakterien und erhöhten Koloniezahlen, an Armaturen in Wasserversorgungssystemen auftraten, die dann bei der Ursachenforschung auf die darin eingesetzten Schmierstoffe hinwiesen. Armaturen der Wasserversorgung, die Schmierstoffe enthalten, sind z.B. Absperrarmaturen. Die Schmierstoffe in der Armatur stellen ein notwendiges Konstruktionselement dar, insofern ist ein vollständiger Verzicht auf Schmierstoffe nicht möglich.

Die Anforderungen an Schmierstoffe sind in der Schmierstoffleitlinie des UBA festgelegt, die jedoch keine quantitativen Anforderungen in mikrobiologischer Hinsicht enthält. Die Zielsetzung des TZW-Projektes bestand darin, eine für diese Situation möglichst praxisrelevante Prüfvorschrift zu entwickeln, mit der das Potential eines Schmierstoffes, zu mikrobiologischen Problemen zu führen, abgeschätzt werden kann.

Für die Entwicklung eines mikrobiologischen Laborprüfverfahrens wurde Pseudomonas aeruginosa als Modellorganismus gewählt, da sich dieser Organismus auch mit sehr niedrigen Substratkonzentrationen vermehren kann und labortechnisch gut zu bestimmen ist.

Eine Untersuchung der Vermehrung von Pseudomonas aeruginosa im Direktkontakt mit den Schmierstoffen in Batchversuchen über 14 d und eine anschließende Quantifizierung des Oberflächenbewuchses durch 3maliges Abspülen ergab ein praktika­bles Prüfverfahren, das auch praktische Aussagekraft besitzt.

Dieses Vorgehen ergab sinnvolle Ergebnisse, die von weniger als 1 bis zu mehr als 4 Logstufen im Vergleich zur Negativkontrolle reichten. Das Verfahren zeigte eine gute Reproduzierbarkeit. Als mögliche Anforderungen wurde eine Förderung der Vermehrung im Vergleich zur Negativkontrolle von weniger als 1 Logstufe gefordert und eine Konzentration im 3. Nachspülschritt von weniger als 1000 KBE / mL.

Eine regulatorische Umsetzung ist bisher noch nicht erfolgt.

Veröffentlichungen

TZW-Band 65, 2014, S. 95-101

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