Optimierung von Untergrundpassage-Systemen anhand von neuen Indikatoren

Darstellung des Spurenstoffabbaus während der Abwasseraufbereitung. Traditionell wird die Prozesseffizienz über die Kontrolle und Regelung von Betriebsbedingungen gesteuert. Neue Indikatoren, wie z.B. beteiligte Organismen und Gene sowie Spurenstoffe und deren TPs, ergeben sich direkt aus dem eigentlichen Abbauprozess.

Im Projekt OPTI soll ein multidisziplinärer „Werkzeugkoffer“ zur Optimierung subterraner naturnaher Behandlungssysteme (Retentionsbodenfilter, Technische Feuchtgebiete, etc.) für die Wasserwiederverwendung hinsichtlich ihrer Entfernung von organischen Spurenstoffen und Krankheitserregern entwickelt werden. Hierzu ist ein tieferes Verständnis günstiger physikalisch-chemischer und mikrobieller Bedingungen unabdingbar.

Es werden Sandfilter, technische Feuchtgebiete und Retentionsbodenfilter auf ihre Leistungsfähigkeit untersucht. Die Abhängigkeit des Primärabbaus von den Betriebsbedingungen wird durch die Analyse ausgewählter Spurenstoffe bestimmt. Für die Ableitung der Abbauwege und die Entwicklung neuer chemischer und biologischer Indikatoren für die Bewertung des Abbaupotentials werden die Entfernung von Spurenstoffen und die Bildung von Transformationsprodukten (TPs) mit der genetischen Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft korreliert. Die Indikatoren werden zur Entwicklung von Optimierungsstrategien für die unterschiedlichen Systeme verwendet und auf ihre Aussagekraft zur Beurteilung der Wasserqualität an den verschiedenen Standorten getestet. Das TZW leitet ein Arbeitspaket, in dem die Wasserqualität der Zu- und Abläufe der Testsysteme anhand der Identifizierung neuer chemischer Indikatoren für eine schnelle Bewertung der Ablaufqualität untersucht wird. Chemische Abwasserindikatoren mit bekanntem Abbauverhalten werden zusammen mit neuartigen Spurenstoffen analysiert, um deren Potential als Leitsubstanzen zu evaluieren. Neben den Indikatoren für die Wasserqualität werden auch Indikatoren erarbeitet, die zur Beurteilung der Leistungs­fähigkeit der Testsysteme herangezogen werden können. Dies erfordert die genaue Charakterisierung der Testsysteme, Laborversuche unter kontrollierten Bedingungen sowie die Entwicklung und Anwendung neuer analytischer Methoden zur Beurteilung der Reinigungseffizienz und Wasserqualität.

 

Veröffentlichungen:

Scheurer, M.; Nödler, K.; Freeling, F.; Janda, J.; Happel, O.; Riegel, M.; Müller, U.; Storck, F. R.; Fleig, M.; Lange, F. T.; Brunsch, A.; Brauch, H.-J.: Small, mobile, persistent: Trifluoroacetate in the water cycle - Overlooked sources, pathways, and consequences for drinking water supply. Water Research 126, 460-471 (2017)

Castronovo, S.; Wick, A.; Scheurer, M.; Nödler, K.; Schulz, M.; Ternes, T.:  Biodegradation of the artificial sweetener acesulfame in biological wastewater treatment and sandfilters. Water Research 110, 342-353 (2017)

Ghattas, A. K.; Fischer, F.; Wick, A.; Ternes, T. A.: Anaerobic biodegradation of (emerging) organic contaminants in the aquatic environment. Water research 116, 268-295 (2017)

 

Zurück