Rohwasserdatenbank Wasserversorgung

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Mit Hilfe der Rohwasserdatenbank werden Daten von Wasserversorgungsunternehmen zum Vorkommen von Pflanzenschutzmitteln und deren Metaboliten erfasst. Auf Basis dieser Daten, die vertraulich behandelt und anonym verwendet werden, bietet die Rohwasserdatenbank eine Übersicht über den qualitativen Zustand der betrachteten Wasservorkommen im Hinblick auf diese Parametergruppen. Beim Auftreten von Auffälligkeiten können abgestimmte Maßnahmen und Handlungsempfehlungen auf lokaler Ebene zur Gegensteuerung von Verunreinigungen des vom Wasserversorger genutzten Rohwassers initiiert werden.

Entscheidungsgremium für den Betrieb der Rohwasserdatenbank und die Auswertung der Daten ist der Beirat bestehend aus Vertretern der Wasserwirtschaft (BDEW, DVGW, Wasserversorgungsunternehmen) und der Pflanzenschutzmittelhersteller (IVA). Er wählt nach Auswertung der Befunde in der Rohwasserdatenbank und mit Einverständnis der betroffenen Wasserversorger Trinkwassereinzugsgebiete aus, die eine Belastung mit einem aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoff oder einem Metaboliten eines zugelassenen Wirkstoffes aufweisen. In diesen Gebieten werden Maßnahmen zur Verminderung der jeweiligen Belastung eingeleitet und umgesetzt.

Die Maßnahmen werden nach einem vom Beirat der Rohwasserdatenbank verabschiedeten Konzept gemeinschaftlich von den betroffenen Wasserversorgern, sowie den Pflanzenschutzmittelherstellern und der Landwirtschaft entwickelt und umgesetzt. Zu den in dem Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen zählen unter anderem intensiviertes Monitoring, Intensivierung der landwirtschaftlichen Beratung im Einzugsgebiet, flächenspezifische Minimierungskonzepte sowie Einschränkung der Produktanwendungen. Diese werden abhängig von den einzugsspezifischen Bedingungen in den belasteten Einzugsgebieten angewendet.

Durch die Zusammenarbeit von Pflanzenschutzmittelherstellern und Wasserversorgern ist es gelungen, ein flexibles Instrument für den Schutz der Trinkwasserressourcen zur Verfügung zu stellen, das zur Verminderung der Gefährdungen durch Pflanzenschutzmittel und deren Metaboliten eingesetzt werden kann. Auf dieser Grundlage konnte die Belastung des Rohwassers mit den genannten Stoffen in einzelnen Gebieten bereits erfolgreich verringert werden.

Veröffentlichungen:

Fischer, T. Kiefer, J.: Die Rohwasserdatenbank Wasserversorgung als Instrument für den Ressourcenschutz. Veröffentlichungen aus dem Technologiezentrum Wasser 55, ISSN 1434-5765, 17-36 (2012)

Castell-Exner, C.; Dechet, F.; Danowski, A.; Steinbach, N.: Information zur Rohwasserdatenbank „Pflanzenschutzmittel“. DVGW energie | wasser-praxis, 46–51 (2016)

Castell-Exner, C.; Dechet, F.; Danowski, A.; Steinbach, N.: Informationsschrift Nr. 2 - Die Rohwasserdatenbank „Pflanzenschutzmittel“. DVGW energie I wasser-praxis, 74–79 (2017)

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