Organofluor in Rohwasserressourcen< zurück

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Combustion Ion Chromatography (CIC)-System zur Bestimmung von organisch gebundenem Fluor
Entwicklung eines fluorspezifischen Wasserqualitätsparameters als Werkzeug zur Identifizierung rohwasserseitiger Belastungsschwerpunkte hinsichtlich polyfluorierter Chemikalien (PFC)

Kurzbeschreibung

Roh- und Trinkwasserverunreinigungen mit poly- und perfluorierten Verbindungen (PFC) bereiten der Wasserversorgung seit Bekanntwerden des sog. PFT-Skandals in Nordrhein-Westfalen (PFT = Perfluorierte Tenside) im Jahr 2006 teilweise große Schwierigkeiten. Die Einzelstoffanalytik erfasst nur einige wichtige, als Schlüsselverbindungen erkannte PFC. Aufgrund der Vielzahl der in Produkten vorkommenden fluorierten Chemikalien (z.B. Fluortenside in Feuerlösch-Schäumen oder fluorierte Papierchemikalien als Vorläuferverbindungen sowie deren Transformationsprodukte) wird jedoch immer nur ein Teil der in einem Wasser vorhandenen Organofluorchemikalien erfasst und bewertet.

Projektergebnisse:

  • Ein valider Gruppenparameter AOF (adsorbierbares organisch gebundenes Fluor, Bestimmungsgrenze: ≤1 µg/L) wurde entwickelt. Er basiert auf der Anreicherung von Organofluorverbindungen an einer synthetischen Aktivkohle und Bestimmung des extrahierten Organofluors mit der sog. Combustion-Ion Chromatography (CIC)
  • Die entwickelte Analysenme.thode bildet eine der Grundlagen zur Normung eines Verfahrens zur Bestimmung von adsorbierbarem organisch gebundenem Fluor, Chlor, Brom, Iod- und Schwefel (AOF, AOCl, AOBr, AOI, AOS); DIN-Arbeitskreis NA 119-01-03-01-12 AK Arbeitskreis Ionenchromatographische Verfahren (ISO/TC 147/SC 2/WG 33)
  • Bei orientierenden AOF-Messungen in schwach und diffus belasteten Roh- und Trinkwässern sowie in kommunalen Abwässern ergab der Vergleich des AOF mit dem aus einer parallelen PFC-Einzelstoffbestimmung (20 Verbindungen) ermittelten Organofluorgehalt einen großen Anteil (>95%) an unbekanntem Organofluor.
  • In einem Hot Spot (Altlast durch Einsatz von fluorhaltigen Feuerlöschschäumen) waren etwa 50% des AOF über die PFC-Einzelstoffanalytik erklärbar.

Weitere Informationen

A. Wagner, B. Raue, H.-J. Brauch, E. Worch, F.T. Lange (2013). Determination of adsorbable organic fluorine from aqueous environmental samples by adsorption to polystyrene-divinylbenzene based activated carbon and combustion ion chromatography. Journal of Chromatography A 1295 (2013) 82-89.

F.T. Lange, S. Willach (2014). Adsorbierbares organisch gebundenes Fluor (AOF) – ein weiterentwickelter Wasserqualitätsparameter zum Aufspüren von PFC-Hotspots. energie | wasser-praxis 9/2014, 66-69.

Verleihung des DVGW-Studienpreis Wasser 2013 an Sarah Willach: http://www.dvgw.de/dvgw/nachwuchsfoerderung/dvgw-studienpreis/studienpreistraeger-wasser/

Kontakt

Dr. Frank Thomas Lange
Karlsruher Straße 84
76139 Karlsruhe
Deutschland

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Fax: +49 721 9678-104
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Finanzierung

DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. – Technisch-wissenschaftlicher Verein

Projektdauer

01/2011 - 3/2014