Ökologische und ökonomische Bewertung verschiedener Verfahren zur zentralen Enthärtung< zurück

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Vor dem Hintergrund des steigenden Interesses an weicherem Trinkwasser wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens die ökologischen und ökonomischen Vor- und Nachteile einer zentralen Enthärtung von Trinkwasser herausgearbeitet und bewertet. Das einjährige Forschungsvorhaben wurde vom Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) und dem TZW durchgeführt und von dem Innovationsfond Klima- und Wasserschutz der badenova AG & Co. KG, der Wirtschaftsvereinigung Metalle e.V. und dem DVGW finanziert.

Untersucht wurden praxisnahe und typische Anwendungsfälle mit unterschiedlich zusammengesetzten Wässern sowie ein konkreter Fall einer Gemeinde mit sehr hartem Trinkwasser. Zur Bewertung erfolgte eine detaillierte Befragung der Verbraucher über ihre Wunschvorstellung und die Zahlungsbereitschaft für weicheres Wasser sowie über die derzeit durch das harte Wasser bedingten Maßnahmen im Haushalt.

Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass die zentrale Enthärtung des Trinkwassers auf Härtebereich „mittel“ gemäß Wasch und Reinigungsmittelgesetz (WRMG 2007) hinsichtlich der betrachteten ökologischen und ökonomischen Wirkungsindikatoren überwiegend als positiv zu bewerten ist.

Mit der Lieferung von weichem Trinkwasser ergeben sich für den Verbraucher neben dem Komfort- und Zeitgewinn Kosteneinsparungen von mehr als 0,5 €/m³. Letztere resultiert aus dem geringeren Verbrauch an Energie, Wasch- und Reinigungsmittel bzw. durch Wegfall einer dezentralen Enthärtungsanlage. Demgegenüber hat die Realisierung einer zentralen Enthärtung abhängig von den Randbedingungen und dem Enthärtungsverfahren Mehrkosten von unter 0,5 €/m³ zur Folge, die jedoch für den Verbraucher letztendlich ein kostenneutraler Komfortgewinn darstellen.

Die Studie gibt Wasserversorgern und Verbrauchern einen Überblick über Fragestellungen zur zentralen Enthärtung, wobei die Ergebnisse überregional auf den jeweiligen Anwendungsfall übertragen werden können.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Sebastian Hesse

Tel.: +49(0)721-9678-123
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