Trinkwasseraufbereitung in Indonesien< zurück

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Trinkwasseraufbereitung unter tropisch-monsunalem Klima am Beispiel einer ländlichen Region sowie einer Großstadt in Indonesien mit Rohwassergüte- und -mangelproblemen (Trinkwasseraufbereitung in den Tropen)

Anhand einer Bestandsanalyse der Rohwasserbeschaffenheit und Aufbereitungswirksamkeit in 12 Wasserwerken in Depok (Großstadt Jakarta) sowie in der im Süden Javas (Indonesien) gelegenen ländlich-urbanen Provinz Yogyakarta wurde ein Grundwasserwerk sowie ein Flusswasserwerk ausgewählt und deren Anlagentechnik optimiert. Anschließend erfolgten über mehrere Monate und Untersuchungen an den Großanlagen, um geeignete Prozessparameter für eine effiziente Trinkwasseraufbereitung zu ermitteln. Die wesentlichsten Resultate sind:

1. Das Grundwasseraus dem Merapi-Aquifer in der Provinz Yogyakarta ist eine ergiebige und qualitativ hochwertige Ressource. Es wurden detaillierte Vorschläge zur kostengünstigen Umstellung der vorhandenen Wasserwerke von der bislang praktizierten, ineffizienten Aufbereitung (erhöhte Eisen- und Mangangehalte im Trinkwasser) auf den in Deutschland bewährten, betrieblich einfachen biologisch-kontaktkatalytischen Prozess ausgearbeitet.

2. Unter monsunalen Verhältnissen steigen Trübung und Feststoffgehalt inFlusswässernoft und kurzfristig stark an (Trübungen > 1.000 NTU, > 2 kg/m³ Feststoffe). Durch Optimierung der Flockungsmittelzugabe und des Filtermaterialaufbaus kann dies mit konventioneller Aufbereitung beherrscht werden.

Bei kleinen bis mittleren Anlagen kann eine Uferfiltration oder die Verfahrenskombination Sedimentation–Langsamsandfiltration eine betrieblich einfache und kostengünstige Alternative zur konventionellen Flusswasseraufbereitung sein. Bei der Uferfiltration in den Tropen erfolgt eine umfangreiche biologische Reinigung, wobei das Uferfiltrat erhöhte Mengen an reduzierten Verbindungen enthalten kann.

Zur Versorgung der rd. 2,4 Mio. Einwohner im Großraum Yogyakarta muss die derzeitige Wasserproduktion/verteilung in den nächsten Jahren von insgesamt 1000 auf 4000 L/s vervierfacht werden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollten hierfür neben dem Bau einer rd. 30 km langen Fernwasserleitung zur Einspeisung von Quellwasser aus der Nachbarprovinz Magelang auch der Bau eines höher gelegenen, zentralen Flusswasserwerks mit konventioneller Aufbereitung in Sleman sowie der Bau ergiebiger Tiefbrunnen mit adäquater Grundwasseraufbereitung geprüft werden. Letzteres könnte biologisch-kontaktkatalytisch an mehreren Standorten (Kapazitäten von ca. 50-200 L/s) relativ kostengünstig umgesetzt werden.

Kontakt

Dr.-Ing. Stefan Stauder

Tel.: +49 (0)721/9678-122
Fax: +49( 0)721/9678-109
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Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderkennzeichen: 02WM0894

Technische Werke Schussental GmbH & Co.KG

Technische Werke Friedrichshafen GmbH

Stadtwerke Lindau GmbH &Co.KG

Stadtwerke Bregenz GmbH

Stadtwerke Konstanz GmbH

Weitere Informationen

Stauder, S. and Eggers, J.: Drinking Water Supply in a Rural Area of Indonesia: Lessons learned from the optimization of ground water and river water treatment plants. Conference Proceedings of IWRM Karlsruhe Nov 24-25 (2010)

Stauder, S.; Eggers, J.: Groundwater Treatment in Tropical Climates, bluefacts-International Journal of Water-Management (2010)

Stauder, S. and Eggers, J.: Wasseraufbereitung im tropischen Klima von Indonesien („Drinking water treatment in tropical climate“), Veröffentlichungen aus dem Technologiezentrum Wasser Bd. 49, (2011)