MICRORISK (2003-2006)< zurück

EU-Proposal Nr.: EVK1-CT-2002-00123

Microbiological risk assessment: A scientific basis for managing drinking water safety from source to tap

Im Januar 2006 wurde das 3jährige EU-Forschungsvorhabens Microbial risk assessment (MICRORISK): A scientific basis for managing drinking water safety from source to tap (EVK1-CT-2002-00123) abgeschlossen. Ziel dieses Projektes war es, eine quantitative mikrobiologische Gefährdungsabschätzung zu ermöglichen und damit eine wissenschaftliche Grundlage für die Erhaltung der Trinkwassersicherheit von der Ressource bis zum Wasserhahn zu schaffen. An diesem Projekt waren neben dem TZW 10 weitere Partner beteiligt: KIWA (NL), Swedisch Inst. Infectious Disease Control (SW), Anjou Recherche (F), Veolia Water (F), Veolia Water Partnership (GB), Water Research Center (GB), University East Anglia (GB), Hyg.-Institut Bonn (D), TU Delft (NL) und University of NSW (Australien).

Die Strategie des Ansatzes von der Ressource bis zum Wasserhahn ging von den folgenden 5 Säulen aus: Kenntnis des Wassereinzugsgebiets, Kenntnis der Rohwasserqualität, Steuerung der Aufbereitung, Schutz der Verteilung, Sicheres Trinkwasser.

Daher ergaben sich die 3 Hauptarbeitspakete

  • Rohwasserqualität
  • Aufbereitungswirksamkeit
  • Verteilungssystem

die sowohl die Sammlung historischer Daten als auch aktuelle Messprogramme umfassten. Die Abteilung Mikrobiologie des TZW war hierbei insbesondere im Arbeitspaket “Verteilungssystem” eingebunden. Im Gegensatz zu den anderen Arbeitspaketen konnte im Rahmen des Arbeitspaketes zum Verteilungssystem nur auf Messdaten zum Vorkommen von E. coli als Indikator für Krankheitserreger zurückgegriffen werden, da Krankheitserreger i. d. R. nicht gemessen bzw. nachgewiesen werden können.

Hierzu wurde ein Messprogramm zum Nachweis von E. coli in großen Volumina durchgeführt, um damit eventuell vorhandene niedrige fäkale Hintergrundbelastungen detektieren zu können. Durch Analysen großer Volumina an Trinkwasser in Verteilungsnetzen in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden konnte gezeigt werden, dass dieser Fäkalindikator nicht im Trinkwasser im Netz in nachweisbaren Hintergrundkonzentrationen vorhanden ist. In keiner der untersuchten Proben konnte E. coli nachgewiesen werden, weder in Leitungsnetzen mit Chlorrestgehalten noch in Leitungsnetzen ohne Chlorrestgehalte. Sofern überhaupt vorhanden, lagen die Hintergrundbelastungen je nach untersuchtem Probenvolumen bei unter 10-4/L. Bei einem Nachweis von E. coli im Rahmen von Routine-Messprogrammen muss daher immer von einem Kontaminationsereignis ausgegangen werden.

Die Auswertung von E. coli-Daten aus Routine-Messprogrammen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland im Zeitraum 2000-2003, die eine Gesamteinwohnerzahl von ca. 43 Millionen umfasste, ergab ein Risiko von 5 x 10-3, von einer Fäkalkontamination (angezeigt durch E. coli) betroffen zu sein. Dabei ergaben sich jedoch sehr große Unterschiede für die einzelnen Wasserversorgungszonen. Für die Berechnung des tatsächlichen Infektionsrisikos muss das Verhältnis pathogener Organismus / E. coli für die jeweilige Kontaminationsquelle bekannt sein, was i. d. R. nicht der Fall ist bzw. mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet ist. Daher muss als worst case-Betrachtung bei Nachweis von E. coli in 100 mL immer davon ausgegangen werden, dass ein Infektionsrisiko gegeben ist.

Ansprechpartner

Dr. Beate Hambsch

Tel.: +49 721/9678-220
Fax: +49 721/9678-101
E-MailVisitenkarte downloaden