Mikrobiologische Situation in Hausinstallationen< zurück

DVGW-Projekt W 10/01/04


Neben Ressourcenschutz, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung im Versorgungsnetz spielt die Trinkwasser-Installation bei den Kunden eine wichtige Rolle für die Sicherung einer einwandfreien Trinkwasserbeschaffenheit. Aus diesem Grund befasst sich der DVGW auch mit der Regelsetzung für den Bereich der Trinkwasser-Installation.

Wird eine Trinkwasser-Installation nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geplant, gebaut und betrieben, so kann nach dem derzeitigen Kenntnisstand davon ausgegangen werden, dass eine negative Veränderung der Trinkwasserbeschaffenheit in der Installation ausgeschlossen ist. Das Auftreten von Legionellenerkrankungen in öffentlichen Gebäuden sowie Kontaminationen von Installationen in Krankenhäusern und Arztpraxen mit Pseudomonas aeruginosa haben jedoch dazu geführt, dass der Verdacht geäußert wurde, dass derartige Kontaminationen in größerem Umfang auch in Trinkwasser-Installationen von Privathaushalten verbreitet sind. Ergebnisse systematischer Untersuchungen, die gleichzeitig eine Aussage über den Zustand der Trinkwasser-Installation liefern, liegen jedoch bis heute nicht vor. Diese sind aber erforderlich, um mögliche Schlussfolgerungen hinsichtlich einer ggf. notwendigen Anpassung bzw. Änderung der Regelsetzung ableiten zu können.

In dem vom DVGW geförderten Projekt wird eine Bestandsaufnahme zur Erfassung der aktuellen mikrobiologischen Situation in Trinkwasser-Installationen von Ein- und Mehrfamilienhäusern durchgeführt. Beprobt werden insgesamt ca. 200 Trinkwasser-Installationen in drei Versorgungsgebieten. Schwerpunkte der Untersuchungen bilden eine mögliche Kontamination mit Pseudomonas aeruginosa im Kaltwasserbereich sowie mit Legionellen im Warmwasserbereich. Um Aussagen zur Beeinflussung der Wasserqualität durch die Hausinstallation zu erhalten, wird die Probenahme entsprechend EN ISO 19458 durchgeführt. Mit Hilfe eines Fragebogens soll gleichzeitig der allgemeine Zustand der Trinkwasser-Installation erfasst werden.

Im Ergebnis der Bestandsaufnahme wird eine Aussage über die Relevanz der Problematik erwartet. Für den Fall, das Kontaminationen festgestellt werden, soll eine erste Einschätzung darüber getroffen werden, ob diese auf Installations- bzw. Betriebsfehler zurückzuführen sind. Die Notwendigkeit und Zielstellung weiterführender Forschungsarbeiten sollen aufgezeigt werden.

Publikation:

  • Wricke, B., Petzoldt, H., Hambsch, B.:
    Mikrobiologische Situation in Hausinstallationen - Ergebnisse einer Bestandsaufnahme. gwf Wasser, Abwasser 148, Nr. 13, S. 50-55, März 2007.

Projektbearbeiter

Dr. rer. nat. Heike Petzoldt
Wasserwerkstr. 2
01326 Dresden
Deutschland

Tel.: +49(0)351/85211-33
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Projektlaufzeit

01.06.06 bis 31.05.07, verlängert bis 30.09.2007