Präventives Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung (PRiMaT)< zurück

klaeranlagenablauf.jpg
lebend-tot-faerbung.jpg

Ein ganzheitliches Risikomanagement ist un­ab­ding­bare Voraussetzung für eine sichere und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung, die jederzeit das Vertrauen der Verbraucher genießt. Um ein solches - oft noch fehlendes - Risikomanagement zu entwickeln, arbeitet das TZW im Rahmen des Verbundsprojektes PRiMaT mit 17 Kooperationspartnern aus Wasserversorgung, Industrie und Wissenschaft zusammen.

Um die Risiken von Krankheitserregern im Wasser abschätzen und den Verbraucher vor möglichen Gefahren schützen zu können, müssen Verfahren entwickelt werden, um diese Krankheitserreger spezifisch und schnell nachweisen zu können. Mit den etablierten Kulturverfahren lassen sich jedoch nicht alle Erreger wie z.B. Adenoviren oder Noroviren nachweisen. Außerdem dauert eine Kultivierung mehrere Tage und erlaubt keine zeitnahe Überwachung von Gewässern, die für die Trinkwassergewinnung oder Freizeitaktivitäten verwendet werden sollen. Eine Alternative stellen molekularbiologische Methoden dar, mit denen auch nicht kultivierbare Organismen schnell nachgewiesen werden können. Mit der qPCR Methode können Nukleinsäuren von bestimmten Krankheitserregern spezifisch quantifiziert werden.

Eine Herausforderung bei der Entwicklung von qPCR Methoden stellen Falsch-Positive und Falsch-Negative Ergebnisse dar. Wird mit der PCR-Reaktion gleichzeitig einen nicht-Zielorganismus amplifiziert, so wird für den eigentlich nachzuweisenden Organismus ein zu hohes Ergebnis erzielt. Andererseits können Inhibitoren die PCR stören und somit ein falsch-negatives oder zu niedriges Signal verursachen. Um kleinste Konzentrationen von Viren im Wasser nachweisen zu können, müssen große Wasservolumina aufkonzentriert werden. Die gleichzeitige Aufkonzentrierung von Viren und Bakterien bei Minimierung der inhibierenden Effekte von Störstoffen stellt somit eine weitere Herausforderung dar. Da nur lebende Erreger infektiös und damit für die Risikobewertung relevant sind, werden außerdem PCR-Methoden etabliert, die eine lebend-tot-Unterscheidung ermöglichen.

Ziel des Projektes ist die Überwindung der genannten Limitierungen molekularbiologischer Nachweismethoden für potentielle Krankheitserreger, so dass praxistaugliche Methoden für die Gewässer-Überwachung zur Verfügung stehen.

Projektpartner

Förderung

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Rahmen von RiSKWa - Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf

Projektdauer

2011 - 2014

Weitere Informationen