Einsatz von industriellen und kommunalen Abfallstoffen für die Biogaseinspeisung< zurück

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Schadstoffuntersuchungen mit Gärresten aus Bioabfall
Ein wesentliches Ziel dieses Projektes war aus Sicht des Gewässerschutzes die Untersuchung und Bewertung von Gärresten aus Reststoff- und Abfallanlagen im Hinblick auf mögliche Schadstoffgehalte.

Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, bis 2020 6 Mrd. m³ Biogas und bis 2030 10 Mrd. m³ Biogas in deutsche Erdgasnetze einzuspeisen, müssen zusätzliche Potentiale wie z. B. Rest- und Abfallstoffe erschlossen werden. Ziel des DVGW-Vorhabens G1/08/10-B ist es, die Potentiale und die Verwendbarkeit von kommunalen und industriellen Rest- bzw. Abfallstoffen als Substrate für die Biogasgewinnung sowie die besonderen Anforderungen bei der Aufbereitung zu Erdgassubstitut zu erfassen, zu vergleichen und zu bewerten. Dafür sollten die bei der Fermentation anfallenden Gärreste u.a. auf gewässerschützende Verwertungsstrategien hin untersucht werden.

Insbesondere in Trinkwasserschutz- und -einzugsgebieten müssen für Gärreste hohe Anforderungen hinsichtlich der Schadstoffgehalte definiert werden. In einem ersten Schritt wurde daher stichprobenartig die Zusammensetzung der entstehenden Gärreste erfasst und bewertet.

Hierzu wurden Gärreststichproben aus mehreren Rest- und Abfallanlagen auf verschiedene Schadstoffe und Spurenstoffe untersucht, die aus Sicht des Gewässerschutzes von besonderer Bedeutung sind. Dies erlaubt, Aussagen über die Möglichkeiten zur Ausbringung von Gärresten beispielsweise in Wasserschutzgebieten oder eine zwingend notwendige Gärrestaufbereitung zu treffen.

Die stichprobenhaften Untersuchungen von Gärresten aus Biogasanlagen, die Reststoffe und Bioabfälle vergären, gaben Hinweise auf eine Belastung mancher Gärreste u.a. mit Arzneimittelwirkstoffen, Weichmachern, PAK und Mineralölen.

Allgemein ist davon auszugehen, dass einige Rest- und Abfallstoffe aufgrund des Schadstoffgehaltes bei geplanter landwirtschaftlicher Verwertung der Gärreste nicht als Substrat für Biogasanlagen geeignet sind. Es sollten grundsätzlich nur Substrate mit geringem Schadstoffgehalt, eindeutiger Herkunft und Zusammensetzung sowie laufender Überwachung der Schadstoffgehalte (z. B. Reststoffe eines Lebensmittelverarbeitenden Betriebes) eingesetzt werden, wenn die anfallenden Gärreste in der Landwirtschaft ausgebracht werden sollen. Um schadstoffbelastete Gärreste im Sinne der Kreislaufwirtschaft dennoch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verwerten zu können und nicht entsorgen zu müssen, sind erweiterte Anforderungen an die Aufbereitung erforderlich, um dadurch eine deutliche Schadstoffreduzierung zu erreichen.

Veröffentlichung:

Kiefer. J., Ball, Th., Karch, U., Köppel, W.:
Energiepflanzenanbau und Gewässerschutz.
In: Graf F., Bajohr S. (Hrsg.): Biogas: Erzeugung, Aufbereitung, Einspeisung. [13], 339-366. München, Oldenbourg Industrieverlag GmbH, ISBN 978-3-8356-3211-0. (2011)

Ansprechpartner

Dipl.-Geol. Joachim Kiefer

Tel.: +49(0)721/9678-200
Fax: +49(0)721/9678-102
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Projektpartner

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut, Abteilung Gastechnologie (EBI, Koordination);

Institut für Ingenieurbiologie und Biotechnologie des Abwassers (IIBA-KIT) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg (DBI)
Gaswärme-Institut e. V. Essen (GWI)

Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Karlsruhe

Projektdauer

2011-2013