Joint Danube Survey 3< zurück

Das TZW beteiligte sich im Rahmen der Aktivitäten der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Donaueinzugsgebiet (IAWD) im Spätsommer 2013 an der internationalen Messkampagne Joint Danube Survey 3. Im Lauf der von der internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD bzw. ICPDR) koordinierten Kampagne wurde die Donau auf dem Weg vom Oberlauf bis zur Mündung ins Schwarze Meer beprobt, um den aktuellen Gewässerzustand zu dokumentieren. Zudem wurde in einem von der Abteilung Analytik organisierten Teilprojekt die Interaktion von Grund- und Oberflächenwasser untersucht (Beprobung von Uferfiltrat).

Erhöhte Konzentrationen leicht biologisch abbaubarer Substanzen wie Koffein oder des künstlichen Süßstoffes Saccharin deuteten stellenweise auf die Einleitung ungeklärter Abwässer hin. Dies war insbesondere in den Nebenflüssen im mittleren und unteren Einzugsgebiet der Fall. In der Donau und ihren Nebenflüssen wurden zudem schlecht abbaubare Substanzen gefunden. Darunter befanden sich Substanzen aus der Gruppe der Benzotriazole, iodierte Röntgenkontrastmittel und Carbamazepin. Der künstliche Süßstoff Acesulfam wies dabei mit bis zu 2,9 µg/L die höchsten Konzentrationen auf. Teilweise wurden diese Substanzen auch im Uferfiltrat gefunden.

Die Donau ist bezüglich der meisten untersuchten Spurenstoffe überwiegend geringer als der Rhein belastet, was auf die stärkere Verdünnung durch die größere Wassermenge zurückzuführen sein dürfte. Die Belastung der Donauzuflüsse war im Vergleich zur Donau insgesamt deutlich höher, vor allem im mittleren und unteren Einzugsgebiet. Davon waren sowohl die leicht als auch die schlecht biologisch abbaubaren Substanzen betroffen, was auf die Einleitung unbehandelter Abwässer schließen lässt. Erhöhte Spurenstoffkonzentrationen in der Donau zeigten sich auch im Bereich der Agglomerationen und Großstädte.

Die Auswertung der Ergebnisse und ein Vergleich mit früheren Kampagnen werden dabei helfen, gegebenenfalls Belastungen oder Schwachstellen aufzuspüren und Maßnahmen zu ergreifen.

Literatur:

Storck, F.R., Brauch, H.-J. (2015). Organic trace pollutants in the Danube Catchment - Results from Joint Danube Survey 3.
SETAC Europe 25th Annual Meeting, Barcelona, 3-7 May 2015, Poster, Abstract Book TU188, Society of Environmental Toxicology and Chemistry Europe (SETAC Europe, ed.), Brussels, ISSN 2309-8031, p. 285.

Storck, F.R., Richter, D., Brauch, H.-J. (im Druck). Emerging substances in surface and groundwater. Joint Danube Survey 3, Scientific report, Eds. Liska, I., Wagner, F., Deutsch, K, Sengl, M., Slobodnik, J., ICPDR – International Commission for the Protection of the Danube River, Wien.

Kontakt

Dr. Florian R. Storck
Karlsruher Straße 84
76139 Karlsruhe
Deutschland

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Fax: +49 721 9678-104
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Projektpartner

IAWD
ICPDR

Förderung

Technologiezentrum Wasser (TZW)

Projektdauer

2013 – 2014