Mit dem DVGW-Forschungsprojekt „HuMeWaTri“ untersucht das TZW Humanarzneimittel und deren Metaboliten im Wasserkreislauf. Ziel ist es, bisher wenig beachtete Stoffe zu identifizieren und ihre Relevanz für die Trinkwasserversorgung zu bewerten. Mit innovativer Analytik und der gezielten Herstellung von Metaboliten liefert das Projekt eine neue Datengrundlage und wertvolle Erkenntnisse für Umwelt- und Gesundheitsschutz. Es leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der überarbeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie.
Das Forschungsprojekt HuMeWaTri „Vorkommen und Bedeutung von Humanarzneimittelwirkstoffen und deren Metaboliten im Wasserkreislauf für die Trinkwasserversorgung“ untersucht das Vorkommen und die Bedeutung von Humanarzneimitteln und deren Metaboliten im Wasserkreislauf und der Trinkwasserversorgung.
- Arzneimittel und ihre Metabolite gelangen über das kommunale Abwasser in die Umwelt.
- Bisherige Monitoringmethoden erfassen hauptsächlich die Wirkstoffe, während potenziell relevante Metaboliten häufig unbeachtet bleiben.
- Das Projekt unterstützt die Umsetzung der überarbeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie
Durch den Einsatz innovativer analytischer Methoden werden in HuMeWaTri sowohl bekannte als auch bislang unbekannte Verbindungen im Wasserkreislauf identifiziert und quantifiziert. Zum Einsatz kommt dabei eine Kombination aus Non-Target- und Suspected-Target-Screening mittels hochauflösender Massenspektrometrie (HRMS). Die Probenahme erstreckt sich dabei über den gesamten urbanen Wasserkreislauf – vom Ablauf kommunaler Kläranlagen bis hin zum Rohwasser für die Trinkwasserversorgung.
Da viele Metabolite nicht kommerziell verfügbar sind, werden sie gezielt in vitro aus den jeweiligen Wirkstoffen mithilfe von Leberenzymen (S9-Mix) hergestellt und als Referenzsubstanzen genutzt. Grundlage für das gezielte Screening bildet eine umfassende Liste relevanter Wirkstoffe, die unter anderem aus Literaturrecherchen und dem Arzneiverordnungs-Report abgeleitet wird.
Die gewonnenen Daten bieten eine fundierte Basis zur Bewertung der Relevanz von Arzneimitteln und deren Metaboliten für die Trinkwasserversorgung und tragen damit wesentlich zum Verständnis und zur Risikoeinschätzung dieser Stoffgruppe bei.
Das Projekt schließt eine wichtige Lücke im Monitoring von Arzneimittelrückständen und deren Metaboliten im Wasserkreislauf. Durch die Kombination innovativer Analysemethoden und gezielter Stoffbewertung liefert es praxisnahe Daten, die insbesondere für Wasserversorger von Bedeutung sind – etwa im Hinblick auf Bürgerkommunikation und regulatorische Anforderungen. Darüber hinaus unterstützt das Projekt politische und technische Entscheidungsprozesse, insbesondere im Kontext der neuen EU-Abwasserrichtlinie, und trägt damit aktiv zur Weiterentwicklung der Wasserqualitätssicherung bei.