Analytische Erkundung des SAT-Prozesses im israelischen Shafdan-Gebiet hinsichtlich der Eliminierung organischer Spurenstoffe (SATIS)

Abwasserversickerungsfeld im untersuchten Shafdan-Gebiet in Israel

Durch Feld- und Laboruntersuchungen wurde die Reinigungsleistung bei der künstlichen Grundwasseranreicherung über eine variabel gesättigte Bodenpassage mit gereinigtem Abwasser (Soil Aquifer Treatment, SAT) an einem Modellstandort in Israel untersucht.

Der SAT-Prozess weist eine sehr gute Reinigungsleistung auf (DOC-Entfernung > 80 %), Elimination der meisten untersuchten Spurenstoffe (pharmazeutische Wirkstoffe, aromatische Sulfonate, Komplexbildner, Nitrosamine, künstliche Süßstoffe, etc.) unter die Bestimmungsgrenze. Durch intermittierende Beschickung der Versickerungsbecken werden ein hoher Sauerstoffeintrag und somit aerobe Bedingungen im Untergrund gewährleistet. Hinzu kommt eine starke Sonneneinstrahlung, die eine hohe Abbaurate aufgrund von Temperatur und fotochemischen Umsetzungen erlaubt. Eine adsorptive Entfernung der untersuchten Spurenstoffe spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Im Projekt wurde eine neue Analysenmethode zur Bestimmung von künstlichen Süßstoffen entwickelt. Acesulfam erwies sich als konservativer Abwassertracer, mit dem sich zwischen biologischem Abbau einerseits und Verdünnung mit landseitigem Grundwasser andererseits hervorragend unterscheiden ließ. Der Abwassereinfluss an bestimmten Messstellen, z. B. an einem Trinkwasserbrunnen, konnte damit ebenfalls eindeutig geprüft werden.

Veröffentlichung

M. Scheurer, H.-J. Brauch, F.T. Lange (2009). Analysis and occurrence of seven artificial sweeteners in German waste water and surface water and in soil aquifer treatment (SAT). Analytical and Bioanalytical Chemistry 394:1585–1594                        

M. Scheurer, F.R. Storck, C. Graf, H.-J. Brauch, W. Ruck, O. Lev, F.T. Lange (2011). Correlation of six anthropogenic markers in wastewater, surface water, bank filtrate, and soil aquifer treatment. Journal of Environmental Monitoring 13:966-973.

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