Aquavalens

Großes EU-Forschungsprojekt mit Beteiligung des TZW.

Treffen des Projektkonsortiums

Auch wenn die meisten europäischen Länder das Glück haben über sicheres Trinkwasser zu verfügen, treten dennoch immer wieder durch verunreinigtes Wasser Krankheitsausbrüche auf. Aus diesem Grund hatte das Projekt Aquavalens, das durch das 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union gefördert wurde, die Entwicklung schneller Nachweismethoden für Viren, Bakterien und Parasiten im Wasser zum Ziel.

Anfang 2018 wurde das EU-Vorhaben Aquavalens abgeschlossen. Dieses große Verbundvorhaben hatte die Entwicklung von molekularbiologischen Methoden zum Nachweis von Viren, Bakterien und Protozoen in der Wasseranalytik bis zur Anwendungsreife zum Ziel. Das Aquavalens-Konsortium setzte sich auch 38 Partner zusammen, zu denen kleine Firmen, Universitäten und Forschungsinstitute zählten. Das fünfjährige Projekt umfasste vier Phasen. In der ersten Phase wurden die molekularen Aspekte von Pathogenen näher untersucht. In der zweiten Phase stand die Entwicklung verbesserter Nachweistechnologien für Mikroorganismen im Fokus. Diese Techniken wurden anschließend in Phase 3 in großen und kleinen Wasserversorgungsunternehmen und in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. In der vierten Phase wurde das neugewonnene Wissen dazu eingesetzt Strategien zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt unter Einbeziehung des Klimawandels zu entwickeln. Die Abteilung Mikrobiologie und Molekularbiologie des TZW wirkte an der Bearbeitung verschiedener Arbeitspakete wie z.B. „Microbial Source Tracking“ wesentlich mit. Außerdem wurde das zentrale Arbeitspaket zur Standardisierung und Validierung der neu entwickelten molekularen Nachweismethoden durch das TZW koordiniert. Im Rahmen dieses Arbeitspaketes wurde die Praxistauglichkeit von Anreicherungs- und Nachweisverfahren geprüft. Für den molekularbiologischen Nachweis von Mikroorganismen im Wasser müssen diese aus einem großen Probenvolumen angereichert werden. Eine Möglichkeit hierfür stellen Ultrafiltrationsmethoden dar. Die Aquavalens-Ergebnisse zeigten, dass die Ultrafiltration eine parallele Anreicherung von Viren, Bakterien und Protozoen mit einer hohen Wiederfindung erlaubt. Außerdem verdeutlichte die Validierung, der im Rahmen von Aquavalens entwickelten Komplett-Systeme, das große Potential der PCR-basierten Nachweisverfahren. Die PCR-basierten Systeme ermöglichten einen schnellen, kultivierungsunabhängigen, spezifischen und quantitativen Nachweis von pathogenen Viren, Bakterien und Protozen.

Veröffentlichungen

Hügler M., Stange C., Ho J., Tiehm A.:  Molekularbiologische Methoden – Trends und Entwicklungen. In: Entwicklungstrends für die Wasserversorgung, Veröffentlichungen aus dem Technologiezentrum Wasser Karlsruhe, ISSN 1434-5765, TZW-Band 80: 45-63 (2017)

Ho J., Seidel M., Niessner R., Eggert J., Tiehm A.:  Long amplicon (LA)-qPCR for the discrimination of infectious and noninfectious phiX174 bacteriophages after UV inactivation. Water Research 103: 141-148 (2016) DOI 10.1016/j.watres.2016.07.032

Aquavalens. Final report. Verfügbar unter www.aquavalens.org

Die Bände der TZW-Schriftenreihe können hier bestellt werden.

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