Persistente Abbauprodukte halogenierter Treib- und Kältemittel in der Umwelt

Das TZW führt ein Niederschlagsmonitoring auf TFA durch

Im Projekt wird eine Analyse und Bewertung der Gesamtumweltwirkungen (neuer) halogenierter Stoffe und deren Abbauprodukte in Deutschland und der EU durchgeführt. Im Fokus des vom TZW konzipierten Messprogrammes steht die prominente Trinkwasserkontaminante Trifluoracetat (TFA). An acht verschiedenen Niederschlagsmessstellen des DWD werden Niederschlagsproben gesammelt und vom TZW auf TFA untersucht. Nur auf diese Weise lässt sich der Beitrag der atmosphärischen Deposition an TFA-Einträgen abschätzen.

Die anthropogenen Quellen für Trifluoracetat (TFA) in Trinkwasserressourcen können vielfältig sein: Industrieeinleiter, Abwasserbehandlungsanlagen, Landwirtschaft sowie nicht zuletzt der photochemische Abbau bestimmter Treib- und Kältemittel und der anschließende Eintrag des atmosphärisch gebildeten TFA über den Niederschlag. Dies verdeutlicht, dass es zu schwerwiegenden Konflikten zwischen den einzelnen Stoffvollzügen kommen kann und effektive Gegenmaßnahmen nur möglich sind, falls die individuellen Beiträge der möglichen Stoffquellen vor Ort bekannt sind.

Die Hauptaufgabe des TZW in diesem Projekt ist die Planung und Durchführung eines Niederschlagsmonitorings, um den Beitrag der atmosphärischen Deposition als flächendeckend wichtige diffuse Stoffquelle zu quantifizieren. An acht verschiedenen Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden über den Zeitraum von 24 Monaten tägliche Niederschlagsproben gesammelt und im Labor daraus für jeden Standort niederschlagsäquivalente Monatsmischproben erstellt, die auf das enthaltene TFA analysiert werden. Die Ergebnisse werden dazu genutzt etwaige lokale und saisonale Belastungstrends aufzuzeigen und können dabei helfen, eine Eintragsfunktion des TFA in Grundwasserressourcen und eine Art Hintergrundkonzentration über den atmosphärischen Eintragspfad abzuleiten. Nur mittels dieser Informationen lassen sich lokal zusätzliche TFA-Quellen identifizieren und Lösungsstrategien erarbeiten. Die Ergebnisse dieses Arbeitspaketes werden im weiteren Projektverlauf denen der Modellierung aus Verbrauchsmengen von Treib- und Kältemitteln sowie Informationen aus (öko)toxikologischen Wirkungstests gegenübergestellt und können unmittelbar zur Ermittlung verschiedener Zukunftsszenarien herangezogen werden und in die Stoffregulierung einfließen.

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