Methoden und Kriterien zur Bewertung der Ökotoxizität von Bauprodukten

Lackiertes Außengeländer in Kontakt mit Regen

Für Bauprodukte in Außenanwendungen werden über ökotoxikologische Testsysteme Aussagen zur Umweltverträglichkeit getroffen. Das TZW führt eine ergänzende Screening-Analytik auf organische Verbindungen in den Eluaten durch.

Das Projekt soll einen Beitrag zur Harmonisierung ökotoxikologischer Prüfmethoden für Bauprodukte zur Umsetzung der Lebenszyklusanforderungen der Bauprodukteverordnung leisten. Die in einem Vorgängerprojekt erarbeiteten Empfehlungen für eine Testbatterie zur ökotoxikologischen Bewertung der Umweltverträglichkeit von Bauprodukten für die Außenanwendung (UBA-Texte 74/2016) wurden in der Technische Regel DIN CEN/TR 17105 berücksichtigt, die künftig durch Umwandlung in eine Technische Spezifikation (TS) einen verbindlicheren Status erhalten soll.

Zur Qualitätssicherung und Validierung des erarbeiteten Leitlinienentwurfs soll ein Ringversuch gemäß den Vorgaben der DIN ISO 5725 organisiert und durchgeführt werden. Hierzu werden zunächst etwa 30 Bauprodukte ausgewählt und die vorliegenden Daten zum anorganischen und organischen analytischen Screening gesichtet. Mindestens 10 der auffallenden Produkte werden eluiert und in den Biotests untersucht. Hierbei werden flächige oder monolithische Produkte im „dynamic surface leaching test“ (DSLT, „dynamische Oberflächenauslaugprüfung nach DIN CEN/TS 16637-2), körnige Produkte mittels Perkolationsprüfung im Aufwärtsstrom (DIN CEN/TS 16637-3) eluiert. Die gewonnenen wässrigen Eluate werden einer chemischen Basisanalytik und/oder umfangreicheren Analytik und vollen Ökotoxizitätsprüfungen unterzogen. Das TZW führt im Projekt hierzu GC-MS-Screening- und Suspected-Target-Analysen per LC-ESI-TOF durch.

Als zweites Aufgabenfeld sollen für drei Produktgruppen Vorschläge zur Integration der Methoden in die Vergabekriterien des „Blauen Engels“ erarbeitet werden. Dazu sollen geeignete Vergabekriterien zur ökotoxikologischen Bewertung entwickelt werden. Die Ergebnisse werden auf einem Workshop im Februar/März 2021 beim Umweltbundesamt vorgestellt.

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