Ressourcenschutz und Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung (ResiTrink!)

Wie kann die Forderung nach mehr Ressourcenschutz und Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung in Deutschland umgesetzt werden?

Sauberes Trinkwasser soll auch weiterhin gewährleistet werden (Bild: Katja Just auf Pixabay)

Die EU hat 2021 eine neue Trinkwasserrichtlinie verabschiedet, mit der neuen Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und der novellierten Trinkwasserverordnung in nationales Recht umgesetzt wurde. (Bild: Alexandre Lallemand auf Unsplash)

Die neue EU-Trinkwasserrichtlinie fordert vermehrten Ressourcenschutz und Risikomanagement sowohl im Einzugsgebiet als auch für die Anlagen der Trinkwassergewinnung. Sie wurde durch die neue Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und die novellierte Trinkwasserverordnung in nationales Recht umgesetzt. Wie kann das nun geforderte Risikomanagement für das Einzugsgebiet und die zentralen Wasserversorgungsanlagen in Deutschland kombiniert umgesetzt werden? Im Gemeinschaftsprojekt von TZW und bnNETZE GmbH wurde dieser Frage nachgegangen.

Die neue EU-Trinkwasserrichtlinie, die im Januar 2021 in Kraft getreten ist, wurde durch die neue Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und die novellierte Trinkwasserverordnung 2023 in nationales Recht umgesetzt. Dadurch wurde der Ressourcenschutz in der Wasserversorgung gestärkt und das Risikomanagement – auch im Einzugsgebiet – als verpflichtendes Element eingeführt. Vorrangiges Ziel des risikobasierten Ansatzes in der Wasserversorgung ist es, Beeinträchtigungen der Wasserqualität vorzubeugen und somit die Versorgungssicherheit zu erhöhen. 

bnNetze GmbH und TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser haben mit Förderung des badenova-Innovationsfonds von 2022 bis 2025 ein dreijähriges Projekt durchgeführt, dessen Fokus darauf lag, die Umsetzung des Risikomanagements nach den neuen Anforderungen im Einzugsgebiet zu erproben und mit dem Risikomanagement für Anlagen der Wasserversorgung zu kombinieren. Ziel war es, neue Synergien zwischen dem allgemeinen Gewässer- und Ressourcenschutz zu schaffen und bestehende Synergien zu stärken. Am Beispiel eines Wasserwerks der bnNETZE wurde eine Methodik für ein verzahntes Risikomanagement vom Einzugsgebiet bis zur Trinkwasserabgabe an den Verbraucher entwickelt und erprobt. Dabei wurden neuartige Vorgehensweisen und Musterabläufe entwickelt sowie Schnittstellen identifiziert, um die beteiligten Behörden optimal einzubeziehen und den erforderlichen Daten- und Informationsaustausch sicherzustellen. 

Pilothafte Praxiserfahrungen hierzu waren zum damaligen Zeitpunkt ausgesprochen wertvoll, da die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht bevorstand und viele Fragen, z. B. in Bezug auf die Schnittstellen zwischen Einzugsgebiet und Wasserversorgung sowie zur Zusammenarbeit/Datenaustausch von Behörden und Wasserversorgungsunternehmen, noch nicht geklärt waren. Während der Übergangszeit bis zur verpflichtenden ersten Durchführung des Risikomanagements konnten aus entsprechenden Projekten wertvolle Erfahrungen gewonnen werden, die einen weitreichenden Einfluss auf die weitere Durchführung von Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung ausgeübt haben.

Ein Schwerpunkt in der Projektbearbeitung lag auf der Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten, um Methoden zu entwickeln, welche die Synergien von Ressourcenschutz und allgemeinem Gewässerschutz optimal nutzen bzw. erweitern. Das Projekt leistete so einen Beitrag, um auch bei weiteren Projekten zum Risikomanagement in der Wasserversorgung in der Region eine enge Verzahnung mit dem allgemeinen Gewässerschutz zu ermöglichen. Durch eine gemeinsame Zielsetzung von verschiedenen regionalen Akteuren konnte so der größtmögliche Nutzen für die betroffenen Teilbereiche erreicht werden.

 

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